Bundesliga-Boss Ebenbauer: „Die TV-Eigenvermarktung ist der Plan A“

Sport

Liga-Vorstand Christian Ebenbauer geht in die Offensive. Warum die TV-Eigenvermarktung ab 2026 zum Plan A nach dem Vertrag mit Sky wird.

Erstmals wird ein Bundesligaball mit eigenem Österreich-Design durch die Stadien gekickt werden. Logisch, dass sich Anbieter Derbystar für ein Design mit viel Rot und Weiß entschieden hat.

Der deutsche Ball-Produzent rüstet die Deutsche Bundesliga und die niederländische Eredivisie aus, in Österreich hat sich Derbystar als Adidas-Nachfolger durchgesetzt.

APA/TOBIAS STEINMAURER

Um einen wesentlich höher dotierten Vertrag ging es bislang im Hintergrund.

Da 2026 der TV-Vertrag mit Sky ausläuft, bereitet die Bundesliga die Ausschreibung für das kommende Frühjahr vor. Spätestens in einem Jahr soll ein neuer TV-Deal abgeschlossen werden.

Zur Erinnerung: Sky zahlt rund 40 Millionen pro Saison, lediglich vier Spiele gibt es jährlich live im Free-TV.

TV-Revolution in der Bundesliga ab 2026 möglich 

Wird ab 2026 alles anders? Zwar betont Bundesliga-Vorstand Christian Ebenbauer seine Zufriedenheit mit Sky und der Zusammenarbeit.

Doch der nächste TV-Deal könnte zur Revolution führen.

Auf KURIER-Anfrage geht Ebenbauer erstmals in die Offensive: „Die TV-Eigenvermarktung der Bundesliga ist aus meiner Sicht Plan A.“

Der Liga-Boss sagt: „Wir leben in einer digitalisierten Welt, während der TV-Markt stagniert, auch im Pay-TV. Überall geht die Tendenz zur Selbstvermarktung. Im Fußball ebenso wie in anderen Sportarten. Wir bereiten uns darauf vor, den Klubs zwei fertige Pakete zur Abstimmung vorzulegen.“

Einerseits etwas „Klassisches“ mit viel Pay-TV, hier gilt weiterhin Sky als Favorit. Andererseits eine „Bundesliga-Lösung“ mit mehreren Partnern für mehrere Ausspielmöglichkeiten.

Ebenbauer: „Exklusivität nicht mehr entscheidend“ 

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Ebenbauer glaubt nicht mehr an Alles-oder-nichts-Lösungen: „Exklusivität ist nicht mehr so entscheidend wie früher.“

Es könnte also Verträge für Pay-TV, Free-TV, Streaming und auch Social Media geben, wo Ebenbauer den größten Aufholbedarf ortet: „Umsätze via Social Media gehen weltweit steil bergauf, aber wir lassen bisher da das Geld komplett liegen.“

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Außerdem kann sich der Liga-Boss auch Bezahlmodelle für einzelne Partien vorstellen: „Warum sollten wir nicht pay-per-match schaffen?“

Natürlich ist Ebenbauers Do-it-yourself-Vorstoß auch mit Strategie verbunden: Nur wenn es ein ernsthaftes Gegenangebot zu Sky gibt, kann noch einmal eine ähnlich Summe wie beim aktuellen Vertrag ausverhandelt werden.

Einen Bluff von der Bundesliga gibt es aber nicht: Seit Monaten wird im Hintergrund das Projekt „Eigenvermarktung“ vorangetrieben.

Um die Finanzierung mit höheren Anfangskosten sicherstellen zu können, wird auch ein Investor gesucht, der als Partner einsteigt.

Quali-Gruppe ohne Punkteteilung? 

Übrigens: Eng mit dem Sky-Deal ist auch das aktuelle Ligenformat verbunden. Viele Vereine haben zuletzt kritisiert, dass durch die Punkteteilung in der Quali-Gruppe der Druck im Abstiegskampf noch einmal steige und die Qualität des Fußballs leide.

„Ich gehe nicht davon aus, dass sich bis 2026 etwas ändern wird“, sagt Ebenbauer. Denn das Argument Spannung ist wertvoll, besonders für den TV-Partner.

Aber mit einem neuen TV-Deal wären auch Änderungen im Ligenformat oder bei der Punkteteilung möglich.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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