Cristiano Ronaldo: EM-Superstar oder prominenter Bankdrücker?

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Der 39-jährige Portugiese scheint sein Ablaufdatum als prägender Fußball-Profi erreicht zu haben. Welche Rolle er bei der EM spielen wird.

Europameisterschaft und Cristiano Ronaldo. Seit der Heim-EM 2004, als der junge Portugiese für Furore gesorgt hatte, ist sein Name untrennbar mit dem Turnier verbunden. 2004 ging das Finale zuhause gegen den Außenseiter Griechenland verloren. 

Und die Tränen trockneten lange nicht. 2016 schaffte es der Superstar endlich mit dem portugiesischen Team, den Titel zu holen. Auf eher unspektakuläre Weise gewann man die Europameisterschaft.

Nach dem Testspiel Dienstagabend gegen Irland geht es zum mittlerweile sechsten EM-Turnier für Cristiano Ronaldo. Und in Portugal – und darüber hinaus – wird heftig darüber diskutiert, welche Rolle der 39-Jährige im portugiesischen Team von Coach Roberto Martínez einnehmen wird.

Martínez jedenfalls hält seinem Superstar die Stange: „Cristiano Ronaldo hat eine brutale Erfahrung. Wir haben Spieler mit fünf Europameisterschaften, er hat sechs“, sagt der Spanier, der lange die „Goldene Generation“ in Belgien trainiert hatte, ehe er zu Portugal wechselte. 

Das Team mit Stars wie João Félix, Bernardo Silva, Bruno Fernandes, Rafael Leão, João Palhinha, Rúben Dias, João Cancelo und Gonçalo Ramos trifft in Gruppe F zunächst auch Tschechien, dann auf die Türkei und im letzten Spiel auf Georgien.

Doch die Stimmen, die Ronaldo kein durchwegs gutes Turnier zutrauen, werden immer lauter. „Ich würde ihn die ersten beiden Spiele auf der Bank lassen“, sagte kürzlich etwa der ehemalige englische Nationalspieler Paul Merson gegenüber dem Portal Sportskeeda. „Es ist ein Riesenschritt für einen Spieler, bei einer EM auf dem Platz zu stehen, nachdem man vorher auf dem niedrigen Niveau in Saudi-Arabien gespielt hat.“

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2024 hat Ronaldo erst ein Länderspiel gespielt (0:2 gegen Slowenien). Damals kritisierten portugiesische Medien, das Offensivspiel sei nicht dynamisch genug, das Team durch ihn ausrechenbar und die anderen Offensivkräfte durch die Anwesenheit Ronaldos seien gehemmt.

Dem gegenüber steht der immense Erfahrungsschatz Ronaldos, weiß der Teamchef: „Er weiß sehr gut, wie man den Raum im Sechzehner nutzen kann und kann abschließen wie kein anderer. Er ist sehr besonders.“

Beim Testspiel gegen Kroatien (1:2) am Samstag saß Ronaldo 90 Minuten auf der Bank, während der um nur ein Jahr jüngere Luka Modrić die Kroaten in seinem 175. Länderspiel mit seinem 25. Teamtor in der 8. Minute in Führung brachte.

APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA

Ronaldo und Modric nach dem Testspiel am Samstag

Torriecher wie eh und je

Diese bloßen Daten können Ronaldo (206 Länderspiele, 128 Tore) nicht beeindrucken. Allein in der beeindruckenden EM-Qualifikation der Portugiesen mit 10 Siegen in 10 Spielen und einer Tordifferenz von 36:2 hat der Altstar 10 Tore geschossen und wurde damit hinter dem Belgier Romelu Lukaku (14) und noch vor Kylian Mbappé (9) der zweitbeste Torschütze der EM-Qualifikation. In Saudi-Arabien wurde er zwar nicht Meister, aber Torschützenkönig mit 44 Pflichtspieltoren. Bei der EURO könnte er den Österreicher Ivica Vastić als ältesten Torschützen ablösen (38). 

Wie viele Einsatzminuten er von Teamchef Martínez erhalten wird, bleibt offen. Dass er auf dem Rasen stehen wird, scheint unumgänglich. Aber auch von der Bank aus hat er bereits bewiesen, ein echter Leader zu sein: Beim EM-Finale 2016 war er verletzt ausgeschieden. Von der Bank aus trieb er das …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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