Das Ende einer Ära: Kein Tour-de-France-Sieg für Ineos

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Titelverteidiger Egan Bernal gab auf. Miguel Ángel López siegt am Col de La Loze, Primoz Roglic baut seine Führung aus.

Von John Degenkolb bis Egan Bernal – die Liste der Ausfälle bei der 107. Auflage der Tour de France ist lang. Der Deutsche schied schon auf der ersten Etappe aus, der Titelverteidiger aus Kolumbien stieg am Mittwoch bei der 17. Etappe nicht mehr aufs Rad. 23 von ursprünglich 176 Fahrern sind nicht mehr dabei, mitten drin ist mit Gregor Mühlberger auch ein Österreicher, der auf der elften Etappe aufgegeben hat.

Egan Bernal hatte sich am Dienstag durch die erste Alpenetappe gequält, war am Grand Colombier eingebrochen und mit fast einer halben Stunde Rückstand ins Ziel gekommen. Der 23-jährige Kolumbianer gab am Mittwoch auf. „Natürlich wollte ich nicht, dass meine Tour de France so endet, aber ich stimme zu, dass es unter den gegebenen Umständen die richtige Entscheidung für mich ist“, wurde Bernal in einer knappen Neun-Zeilen-Meldung seines Teams zitiert.

Scharfe Kritik

Nun steht der Teamchef in der Kritik: Dave Brailsford hatte alles auf die Karte Bernal gesetzt und die Ex-Tour-Sieger Chris Froome und Geraint Thomas für die große Schleife gar nicht nominiert.

Bradley Wiggins (Tour-Sieger, Olympiasieger und zum Sir geadelt) kritisierte Brailsford. Denn: Allein „ihre Präsenz beim Abendessen, auf den Flachetappen oder auf der Startliste“ habe Signalwirkung für die Gegner, ebenso für das eigene Team.

Froome, der nach einem schweren Sturz vor mehr als einem Jahr auf der Intensivstation gelegen war, hatte sich mit einer matten Vorstellung beim Critérium du Dauphiné aus dem Aufgebot gefahren, dennoch sagt der 35-jährige vierfache Tour-Sieger: „Ich hätte eine Rolle spielen können.“ Geraint Thomas wiederum fuhr bis Montag den Tirreno-Adriatico und belegte im Endklassement Rang zwei hinter dem Briten Simon Yates.

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Kopfloses Team

Ineos – der Rennstall hat diese Saison ein Budget von 40 Millionen Euro – hat drei Kapitäne, steht seit Mittwoch aber kopflos da. Seit 2010 fährt das Team Sky die Top-Touren, seit 2019 unter dem Namen Ineos. Zwischen 2012 mit Wiggins und 2019 mit Bernal stellte man in acht Jahren sieben Mal den Sieger. Doch der junge Kolumbianer war schon vor der Tour nicht in Form und hatte zudem Probleme mit dem Rücken. Diese Saison wird er bei der Vuelta und beim Giro wohl nicht mehr zu sehen sein, bei der WM in Imola ist er sicher nicht dabei.

López siegt, Pogacar verliert Zeit

Immerhin blieb Bernal das nächste Desaster erspart: Der Col de la Madeleine und das Finale zum 2.304 Meter hohen Col de la Loze hoch über Méribel, der erst seit 2019 überhaupt asphaltiert ist, hätten ihn wohl zur Aufgabe gezwungen. Drei Kilometer vor dem Ziel setzte Astanas Kolumbianer Miguel Ángel López die siegbringende Attacke, 700 Meter später legte der Gesamtführende Primoz Roglic (Jumbo-Visma) los, im Schlepptau sein slowenischer Landsmann Tadej Pogacar (Emirates). Der 21-Jährige zeigte allerdings erstmals leichte Schwächen und verlor 15 Sekunden auf Ex-Skispringer Roglic.

EPA/Benoit Tessier / Pool

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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