Der Schweizer Star, der mit England eine Rechnung offen hat

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Die Schweizer gehen selbstbewusst in das Viertelfinale gegen die Engländer. Schlüsselspieler ist Kapitän Granit Xhaka, der zu Ronaldo und Iniesta aufschließen kann.

Während das englische Team von Trainer Gareth Southgate bei dieser EM bisher die eigenen Fans und den neutralen Zuschauer mit seinem Fußball enttäuschte, zeigte die Schweizer „Nati“ von Teamchef Murat Yakin auf.

Nach dem 1:1 der Eidgenossen gegen Deutschland in der Gruppenphase und dem 2:0-Sieg gegen Italien im Achtelfinale sind die Engländer im Viertelfinale am Samstag gewarnt (18 Uhr/live ORF 1, ZDF). Und neben dem Manchester-City-Verteidiger Manuel Akanji in Topform wartet in den Reihen der Schweizer noch ein weiterer alter Bekannter: Granit Xhaka, der frühere Arsenal-Kapitän, trägt nicht nur die Kapitänsschleife der Schweizer, er gilt als absoluter Schlüsselspieler.

Lange abgestempelt als Badboy, zu temperamentvoll und aufbrausend, hat sich der Mittelfeldstratege von Meister Leverkusen zu einem der auffälligsten Spieler der EM gewandelt. Laut Statistik hat er jede Minute bei der EM gespielt, aber nur einen einzigen Ballverlust verzeichnet.

Nach vier Spielen war Xhaka zweimal „Man of the Match“. Insgesamt hält er bei fünf dieser Auszeichnungen bei Europameisterschaften. Nur Cristiano Ronaldo und Andres Iniesta haben je eine mehr. „Xhaka ist noch drei gute Spiele davon entfernt, ein ernsthafter Kandidat für den Ballon d’Or zu sein“, schreibt der Guardian.

Xhaka hat aus Rückschlägen gelernt

Verlieren hat der gebürtige Basler längst nicht mehr im Blut. Mit Leverkusen hatte Xhaka die (fast) perfekte Saison ohne Niederlage in Meisterschaft und Cup. Nur das Europa-League-Finale gegen Bergamo ging verloren.

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Doch Xhaka wächst aus Rückschlägen. Die EM-Qualifikation etwa lief für die Schweiz nicht besonders gut – Xhaka suchte in der Analyse die Schuld erst einmal bei sich: „Ich habe als Kapitän nicht meine Rolle erfüllt, wie ich sie erfüllen muss“, stellte er sich vor die Mannschaft.

APA/AFP/KIRILL KUDRYAVTSEV

Xhaka, der früher durch Schiedsrichterkritik, Kontroversen (wie das Zeigen des albanischen Doppeladlers) oder durch resignierende Körpersprache aufgefallen war und insbesondere in England oft von Fans ausgepfiffen und in Medien kritisiert worden war, ist heute der Ruhepol der Leverkusener und der Schweizer Mannschaft. Er gilt als Vorbild auf und abseits des Platzes. „Er trainiert wie ein Tier“, schwärmt der Schweizer Konditionstrainer.

Im Spiel scheint Xhaka immer anspielbar zu sein. „Er scheint den Cheat-Code für Fußball gefunden zu haben“, schreibt die Daily Mail. Alles läuft über ihn: Bei der EM hatte Xhaka in den ersten vier Spielen 319 Ballkontakte. Damit lässt er unter anderem Englands Superstar Jude Bellingham (278) hinter sich. Seine Passgenauigkeit wird sogar schon mit jener von Toni Kroos verglichen.

Unter der Führung von Leverkusens Trainer Xabi Alonso ist der 31-Jährige beeindruckend gewachsen, hat parallel zu einer Saison, in der er fast jedes Spiel durchgespielt hat, die Trainerlizenz gemacht. Er sehe durch diese Ausbildung mehr vom Spiel, sagt er selbst. „Ich denke nun viel, viel weiter als nur bis zum nächsten Pass oder zum nächsten Zweikampf.“

Für Xhaka ist das Duell mit England etwas Besonderes. Nicht nur, weil er sieben Jahre in der Premier League gespielt hat und einige der Gegenspieler sehr gut kennt; nicht nur, weil er ein Bild zurechtrücken will, das von ihm als Arsenal-Kapitän mit disziplinären Problemen gezeichnet …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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