Ein Portugiese auf der Wiener Marswiese

Sport

EM-Porträts, Teil 16: Für João Teixeira ist – seit er denken kann – Landsmann Cristiano Ronaldo Weltkulturerbe.

Für die meisten Fußballer und Fußballerinnen in Wien ist der Sportplatz auf der Marswiese gefühlt ähnlich weit entfernt wie der „Rote Planet“: Man betritt diese Anlage dort, wo man sich nicht mehr sicher sein kann, ob sie am Ende des 17. Bezirks oder schon am Beginn von Niederösterreich liegt.

Ausgerechnet hier will sich João Teixeira heute ein Spiel der DSG-Liga ansehen. Während der Schiedsrichter die beiden Mannschaften auf das Spielfeld führt, sagt der 31-jährige Designer: „Ich selbst kann derzeit leider nicht mitspielen.“ Sein Job, eine Verletzung am Knie und ein anderer Fußball-Zugang in seinem Heimatland führt er als Begründung an.

Womit wir schon mitten drinnen sind in einem Fußballtalk, der zweimal 45 Minuten plus Pause und Nachspielzeit dauern wird.

Denn Portugiesen können nicht nicht über das Fußballspiel kommunizieren: „Sogar meine Großmutter kennt sich sehr gut aus.“

Grafik,Mauch Uwe

Für den anderen „Fußball-Zugang“ in Portugal ist João Teixeira der beste Beleg: „So wie alle meine Freunde habe ich Fußballspielen in einer Akademie gelernt.“ Er selbst war in der Akademie seiner Heimatstadt Viseu mit dem schön klingenden Namen Dínamo Clube Estação.

Anders als vom ÖFB in Österreich vorgegeben, lernen künftige Cristiano Ronaldos in den Akademien Ballbehandlung und Spielverständnis – beim Futsal, dem Spiel 5 gegen 5 auf einem engen Spielfeld so klein wie beim Handball.

Wenn also sein Namensvetter, Barcelona-Star João Félix, „der übrigens Tür an Tür mit mir aufgewachsen ist“, für Portugal aufgeigt, sei das unter anderem auf die präziseste Futsal-Schulung zurückzuführen. Die Spieler auf der Marswiese an diesem Sonntagabend, und das ist jetzt nicht despektierlich gemeint, haben diese feine Ausbildung nicht erhalten.

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Nach dem Studium an der Weltkulturerbe-Universität in Coimbra und ersten Jobs in Porto und Lissabon folgte João Teixeira im herbst 2019 einem Jobangebot aus Wien: „Was ich bis heute nicht bereut habe.“

CR 7? „Unser Held“

Seiner Liebe zum portugiesischen Fußball hat das nicht geschadet. Der Designaffine trägt heute erstmals das neue hellblaue Auswärtstrikot von CR 7 & Kollegen: „Mit dem Muster unserer traditionellen Keramikfliesen. Ist schön geworden.“

APA/AFP/PATRICIA DE MELO MOREIRA

Mit ihr wird die Seleção das Quinas (Spitzname für die Auswahl mit den fünf Wappen für fünf besiegte maurische Könige) das Halbfinale erreichen, hofft João Teixeira.

Die neuformierte Mannschaft reist jedenfalls mit gehörig Selbstvertrauen nach Deutschland: „In der Qualifikation haben wir alle zehn Spiele gewonnen, dabei insgesamt 36 Tore erzielt und nur zwei erhalten.“

Und Cristiano? „Unser Held. Ich habe ihn schon bewundert, da hat er noch bei Sporting Lissabon gespielt.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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