EM-Ärger um YouTube-Stars: Droht Trymacs und Co. nun ein Stadionverbot?

Sport

In den Stadien sind Influencer nicht gern gesehene Gäste. Viele Fußballfans behaupten sie nehmen „echten“ Fans die EM-Tickets weg, doch stimmt das?

Am 14. Juni startete die EURO 2024 in München mit dem Duell zwischen Deutschland und Schottland. Doch unter die tausenden leidenschaftlichen Fans mischten sich auch zahlreiche Influencer, die bis dato kaum Berührungspunkte mit dem Fußball hatten.

Diese Anwesenheit sorgt für hitzige Debatten in den sozialen Medien und für zahlreiche negative Kommentare unter den Postings der Influencer. Dabei taucht immer wieder die Frage auf: Gehören Influencer überhaupt ins Stadion oder nehmen sie den „echten“ Fußballfans nur die Tickets weg?

Die Antwort liegt irgendwo in der Mitte. So sprechen Youtuber wie „Trymacs“ und „EliasN97“ in ihren Videos offen über ihre Werbedeals zur EM. Ob die von ihnen besetzten Plätze für normale Fans zugänglich gewesen wären, bleibt jedoch unklar. Häufig sind solche Tickets den Partnern oder Sponsoren der UEFA vorbehalten, die selbst entscheiden, wen sie einladen. Die UEFA hat strenge Regelungen bezüglich der Verteilung von Tickets und stellt sicher, dass ein Großteil der Karten an Partner und Sponsoren geht. Dies führt dazu, dass viele reguläre Fans Schwierigkeiten haben, an Tickets zu gelangen.

Kostengünstige Werbung

Thomas Kessen, Sprecher der Fan-Vereinigung Unsere Kurve, äußert sich kritisch: „Dass hier vereinzelt Menschen Zugang zu Karten ermöglicht wird, die keinerlei Faninteresse verfolgen, sondern nur sich selber vermarkten wollen – das ist, vorsichtig formuliert, schräg.“ Dabei ist dieses Vorgehen zwischen Werbepartnern und Influencern gängige Praxis, so Medienforscher Christoph Bertling. Vorteile für Veranstalter und Werbepartner seien bei einem strategisch cleveren Aufbau, dass sie Glaubwürdigkeit und Reichweite bekämen, ohne beispielsweise eigene Accounts kostenintensiv aufbauen und bespielen zu müssen.

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Regulierung der UEFA

Immer häufiger laden Influencer nämlich sogenannte Vlogs, also Video-Tagebücher, von ihrem individuellen Stadionerlebnis hoch. Die Videos sind darauf ausgelegt, den Zuschauern zu Hause das Gefühl eines Stadionbesuchs zu vermitteln. Dabei filmen die Youtuber nicht nur das Spielgeschehen, sondern auch sich und ihre meist überbordenden Emotionen während der Partie. Die Videos werden hunderttausendfach geklickt.

Seitens der UEFA heißt es lediglich, die von Influencern erstellten Inhalte müssten „bestimmten Richtlinien“ entsprechen. So darf beispielsweise keine Live-Übertragung aus dem Stadion stattfinden.

Kessen schlägt eine klarere Trennung zwischen Fans und Influencern vor: „Kommt jemand in ein Stadion als Fan und aus Interesse am Spiel? Dann gibt es die ganz normalen Tribünenbereiche – oder kommt er ins Stadion, um zu arbeiten und mit einer Art Gewinnabsicht? Dann gibt es dafür die Pressebereiche.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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