Frauen-Slalom in Levi: Deutsche Führung und ÖSV-Enttäuschung

Sport

Lena Dürr führt bei Halbzeit in Levi mit großem Vorsprung auf Anna Swenn-Larsson. Beste Österreicherin ist Chiara Mair.

Der finnische Winter hatte dann doch noch gerade rechtzeitig ein Einsehen mit den besten Slalomfahrerinnen des Planeten: Am Donnerstag blieb das Thermometer in Levi unterhalb der Marke von minus 20 Grad stecken, am Samstag waren die Temperaturen immerhin schon wieder einstellig.

Im Gefrierkasten von Lappland wurde dieses Mal nicht nur der erste Torlauf des WM-Winters gegeben, sondern das erste Frauen-Rennen der Weltcup-Saison überhaupt – Riesenslalom in Sölden (schlechtes Wetter), zwei Abfahrten in Zermatt/Cervinia sowie der Parallelbewerb in Zürs (Schneemangel)  waren ja abgesagt worden.

Klar war: Die letzten Siegerin der vergangenen Saison könnte nicht nachlegen, die Slowenin Andreja Slokar hat sich unlängst ein Kreuzband gerissen. Und klar war auch: Der Weg zum Sieg würde über Mikaela Shiffrin führen.

Wie viele andere hatte sich auch die erfolgreichste Alpine der Gegenwart zuletzt auf dem Rennhang in Levi vorbereitet, für die Amerikanerin war es eine Premiere. „Das macht einen riesigen Unterschied, das hätte ich in diesem Ausmaß nicht erwartet.“

Die letzten vier Slaloms in Levi hat freilich die Slowakin Petra Vlhova gewonnen, drei mal vor Shiffrin, einmal vor der Schweizerin Michelle Gisin (zweites Rennen 2020). Für die Österreicherinnen waren die bisherigen 19 Bewerbe am Polarkreis nur zwei Mal von einem Sieg gekrönt – Marlies Schild (heute Raich) gewann 2006 und 2010.

Fehlerkette mit Folgen

Und auch an diesem Samstag wird es mit einem österreichischen Sieg schwierig werden: Katharina Liensberger leistete sich schon im flachen oberen Teil einen Fehler und ließ weitere folgen, das bescherte der 25-jährigen Slalom-Weltmeisterin 1,65 Sekunden Rückstand auf die Beste.

  Sturzopfer Mauro Caviezel zeigt sein lädiertes Gesicht

„Es war sicher nicht das, was man sich vorstellt. Es ist ein großer Rückstand, wir werden das gut analysieren und dann daran arbeiten. Schon ganz oben war ein Schwung, der nicht ganz sauber war, auch im Steilhang hätte ich die Skier sicherlich besser gehen lassen können, denn es war ja ein leichter Lauf“, sagte die Göfnerin, die sich an 15. Stelle einreihte.

Die übrigen Österreicherinnen handelten sich wie Katharina Liensberger erhebliche Rückstände ein: Die Beste war noch Chiara Mair mit 1,55 Sekunden auf Platz zwölf. Katharina Truppe verlor 1,66 Sekunden, Katharina Huber 1,90. Marie-Therese Sporer leistete sich einen Riesenfehler und verschenkte einen möglichen Top-Ten-Platz, unterm Strich standen 2,29 Sekunden Rückstand.

Bei Halbzeit führt Lena Dürr aus Bayern, die nicht nur Startnummer 1 ideal zu nutzen wusste, sondern auch ihren Aufstieg aus der vergangenen Saison fortsetzte. Bei Olympia in Peking war sie bis zur letzten Zwischenzeit auf Goldkurs gelegen, in der Vorbereitung auf die neue Saison hat  die 31-Jährige mit den deutschen Männern trainiert. „Wenn ich sehe, wie sie bestimmte Linien fahren oder aus dem Start pushen, ist der Anreiz natürlich da, das auch so hinzubekommen“, sagte Dürr zuletzt – das Ergebnis gibt ihr Recht. „Ich war selber überrascht, wie gut es gelaufen ist.“

Auf den Plätzen: die Schwedin Anna Swenn-Larsson (+0,45) und Mikaela Shiffrin (+0,55), Petra Vlhova folgt als Vierte (+0,57).

Der zweite Lauf beginnt um 13 Uhr (live ORF1).

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.