„Hopp, Schwyz“ in einem Wiener Vorstadt-Park

Sport

EM-Porträts, Teil 13: Die „Jungs“ von Robin Fröhlich üben in der „Käfig League“ in Ottakring fürs Leben.

Das Wiener Parkett kann für Eidgenossen ordentlich hart sein, speziell dann, wenn sie sich freiwillig bei der jungen Caritas melden, um den Kids im Richard-Wagner-Park in Ottakring den gegenseitigen Respekt beim Fußballspielen mit Verve näherzubringen.

Robin Fröhlich arbeitet als Politikreferent in der Schweizerischen Botschaft in der Prinz-Eugen-Straße. Doch drei Mal pro Woche fährt der 29-jährige Schweizer die Thaliastraße stadtauswärts, um hier sein Ehrenamt auszuüben.

Lange vor dem geplanten Anpfiff des heutigen Turniers sind seine „Jungs“ aus der Park-Nachbarschaft im Käfig. So wie die Profis, betont lässig, klatschen sie mit ihm ab. Sie nennen ihn nur: „Trainer“.

Robin Fröhlich ist einer von zwanzig Trainern der „Käfig League“. Die tun in zehn Wiener Parks Gutes. Sie ermöglichen Kindern zwischen 8 und 16 Jahren, gratis an Fußballtrainings und Turnieren teilzunehmen.

Grafik,Mauch Uwe

„Als mir ein Freund vor zwei Jahren davon erzählt hat, habe ich mich sofort angemeldet“, erinnert sich der Botschaftsangestellte, der in seinem Brotberuf unter anderem mit Delegationen und Menschen aus einer anderen Welt zu tun hat. Knapp

30 Ottakringer Jung-Käfigkicker mit beinahe ebenso vielen Muttersprachen will er nun auf ihr Turnier einstimmen.

Momente des Glücks

Man sagt Eidgenossen nach, dass sie geduldige Zeitgenossen wären. Beim „Trainer“ Robin ist das so. Mit gezielten Übungen schafft er es, die „Jungs“ peu en peu auf das Fußballspiel zu fokussieren.

Zwischendurch kann sich der Erwachsene ein Lächeln nicht verkneifen: „Die haben manchmal eine Lockerheit und einen Witz, da können wir nur lernen.“

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Dennoch muss Robin Fröhlich eineinhalb Stunden lang hellwach sein: „Es ist Fußball, und es hat einen Grund, warum wir hier sind, da gibt es auch Reibereien.“

Der Gedanke, dass er mit seiner Präsenz für junge Menschen, die es im Alltag nicht immer leicht haben, Momente des Glücks und der Unbeschwertheit schafft, lässt ihn am Ende zufrieden nach Hause gehen.

 

APA/KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Zuvor muss der Trainer, der 2019 nach Wien übersiedelte, um hier Internationale Entwicklung zu studieren, noch die Frage beantworten, wie stark er seine „Schwyz“ bei der EM erwartet.

Seine Antwort fällt zunächst diplomatisch aus: „Gut, ich habe in Wien einige deutsche Freunde, das direkte Duell wird spannend. Wir haben sehr gute Einzelspieler, in der Quali haben wir uns nicht so stark präsentiert.“

Genug Diplomatie! „Aber als Fußballfan erwarte ich eigentlich schon, dass wir das Viertelfinale erreichen.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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