Interview: ÖSV-Präsident Schröcksnadel geht ohne Wehmut

Sport

Nach 31 Jahren Amtszeit tritt Peter Schröcksnadel nicht mehr als Präsident des Österreichischen Skiverbandes an.

Im APA-Video-Interview erklärt der 79-jährige Tiroler, warum das so ist und was er seinem demnächst inthronisierten Nachfolger rät. Wehmut ist kein Abschiedsbegleiter, betont dabei der Spitzen-Sportfunktionär, der den für die Schneesportarten zuständigen ÖSV in seiner Ära zum erfolgreichsten Sportverband Österreichs gemacht hat:

APA-Interview mit ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel:

APA: Warum hören Sie auf?

Schröcksnadel: „Durch Corona bin ich eigentlich eh schon ein Jahr länger geblieben. Ich wollte kein Präsident sein, der 80 ist. So einfach ist das. Ich mache das nun 31 Jahre. Irgendwann ist Schluss. Die Frage ist immer, wann ist der richtige Zeitpunkt?“

APA: Und? Ist es nun der richtige Moment?

Schröcksnadel: „Vielleicht wäre der auch etwas früher möglich gewesen. Aber das heurige Jahr war sicher auch ein richtiger Zeitpunkt. Es war Corona, was es sehr unangenehm, aber auch sehr herausfordernd gemacht hat. Anfangs hat man gesagt, der Alte kann das eh nimmer. Man hat aber gesehen, dass man, auch wenn man älter ist, noch sehr gute Leistungen bringen kann. Wir waren sportlich gut und bei der WM super. Den Nationencup zu gewinnen, war bei elf verletzten Damen unmöglich. Unsere Erfolge haben aber gezeigt, dass das Loch nach Marcel Hirscher relativ schnell gefüllt wurde und wir eine starke Mannschaft haben. Wir waren erfolgreich, auch finanziell. Trotz Corona. Es wird ein Verband übergeben, der finanziell stark ist. Ich glaube, es ist der richtige Zeitpunkt.“

APA: Welche Gefühle kommen bei Ihnen auf? Auch Wehmut?

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Schröcksnadel: „So etwas habe ich eigentlich nicht. Schon in meiner Firma habe ich vor 20 Jahren alles Operative abgegeben. Auch da ist keine Wehmut oder Trauer aufgekommen. Es sind dann abgeschlossene Kapitel. Dort wie da habe und werde ich mich nicht weiter einmischen, für Fragen bin ich aber immer gerne da. Ich werde in Zukunft mit großer Freude bei den Rennen sein, aber keinen Druck mehr haben. Dieser Druck hat mich in meiner Zeit als Präsident immer belastet. Der ist dann weg und man kann die Rennen mit Genuss verfolgen.“

APA: Wie fällt die persönliche Gesamtbilanz der Ära Peter Schröcksnadel als ÖSV-Präsident aus?

Schröcksnadel: „Wenn du was anfängst, weißt du nie wirklich, wo du hinkommst. Ich verfolge die sogenannte Polsterzipfel-Methode. Ich habe beim Skiverband begonnen in einer Zeit, als keiner Präsident werden wollte. Der ÖSV war kleiner, als Kitzbühel es als Club ist. Das Wichtigste war, dass der Skiverband nicht pleitegeht. Man kann nicht gleich den ganzen Polster haben, sondern muss ihn an einem Zipfel nehmen und langsam, nach und nach zu sich ziehen. Dann hast du am Schluss den ganzen Polster.“

„Besonders beeindruckt hat mich in London der Sprung der Queen aus dem Helikopter. Wir werden das gleiche bei der WM in Schladming sehen, nur wird es dort Peter Schröcksnadel sein. Und zwar ohne Fallschirm.“ Der damalige FIS-Präsident Gian Franco Kasper. (2012)

APA: Sie sind seit 1990 im Amt. Die Anfangsjahre als Präsident waren schwierig und auch bitter wegen schwerer Unfälle. Haben Sie da nie überlegt, das Handtuch zu werfen?

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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