Kurt Jara: Die Tiroler Fußball-Legende wird 70

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Der 59-fache Internationale wurde als Spieler und Trainer mit Innsbruck Meister und sorgte seinerzeit für den teuersten Transfer eines Österreichers.

Das Stiegenhaus des Tivolistadions erinnert an die guten alten Zeiten des Tiroler Fußballs. Auf riesigen Bildern wird da der Legenden gehuldigt, die dafür verantwortlich waren, dass Innsbruck zeitweise Österreichs Fußballhauptstadt war und Wacker Innsbruck bzw. der FC Tirol die Massen begeisterte. Neben Bruno Pezzey, Ernst Happel oder Joachim Löw hat auch Kurt Jara seinen Fixplatz in dieser Ahnengalerie.

FC Wacker

70 wird Kurt Jara an diesem 14. Oktober und der Innsbrucker zählt zweifelsohne zu den Allergrößten, die der Tiroler Fußball hervorgebracht hat. Der Jubilar brachte es als Einziger mit den Innsbruckern als Spieler (1971, 1972, 1973) und später auch als Trainer (2000, 2001) zu Meisterehren. Und das vor seiner Haustür bei seinem Stammverein. „In der Heimatstadt als Spieler Meister zu werden und dasselbe dann noch einmal als Trainer zu schaffen, 70.000 jubelnde Leute auf der Maria-Theresien-Straße zu erleben, das kann nicht jeder von sich behaupten“, meint Kurt Jara.

APA/Schlager Roland

Als Spieler war Kurt Jara bekannt für sein linkes Pratzerl und seinen Offensivdrang. Der gebürtige Innsbrucker schaffte schon in jungen Jahren den Sprung in die Kampfmannschaft von Wacker Innsbruck und hatte großen Anteil an den Meistertiteln zu Beginn der 1970er-Jahre.

Mit 22 wechselte Jara bereits in Ausland, der FC Valencia bezahlte für ihn im Jahr 1973 stolze 9 Millionen Schilling – die höchste Ablöse, die bis damals für einen österreichischen Fußballer bezahlt wurde. Nach zwei Saisonen in der Primera Division führte ihn sein Weg in die Deutsche Bundesliga, wo er für Duisburg und Schalke auflief, ehe der 59fache Teamspieler seine Karriere in der Schweiz ausklingen ließ.

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In der Schweiz startete Jara auch seine Trainerkarriere. Nach Stationen bei Grasshoppers, St.Gallen und dem FC Zürich kehrte er kurz nach Österreich zurück (VfB Mödling), ehe es den Innsbrucker wieder ins Ausland verschlug (Xanthi, Apoel Nikosia).

Im Herbst 1998 übernahm Kurt Jara dann das Traineramt beim FC Tirol und führte den Verein gleich in seiner ersten vollen Saison zum Meistertitel. Die erfolgreiche Titelverteidigung 2001 öffnete ihm die Tür zur deutschen Bundesliga und er wurde Trainer beim Hamburger SV.

Mehr als zwei Jahre saß der Innsbrucker beim Traditionsverein auf der Bank und schon allein das zeigt, aus welchem Holz Kurt Jara geschnitzt ist. In den 2000er-Jahren war nur Thomas Doll länger beim HSV als Trainer engagiert als Jara.

2004 holte Jara mit dem HSV den Ligapokal, das ist bis heute die letzte Trophäe, die der Hamburger Klub gewinnen konnte. Wenig später wurde der Österreicher entlassen, weil der Verein auf keinem einstelligen Tabellenplatz lag. Heute wären sie beim Zweitligisten HSV froh über solche Tabellenplatzierungen.

Ähnlich verhielt es sich dann beim 1.FC Kaiserslautern, wo Jara ebenfalls gehen musste, nachdem er mit dem Verein in der Saison zuvor souverän den Klassenerhalt geschafft hatte. Heute tümpelt Kaiserslautern in der dritten Liga.

fremd / Stefan Sigwarth

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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