ÖFB-Debütant Muhammed Cham: Aus dem Fußballkäfig ins Nationalteam

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Der 21-Jährige hat einen spannenden Werdegang hinter sich. Weggefährten beschreiben einen schüchternen Dribbler, dem man gerne zusieht.

Muhammed Cham spricht Deutsch. Hochdeutsch. „Ich bin auf dem Bolzplatz aufgewachsen“, sagt der 21-Jährige. Das Wort „Käfig“ verwendet er nicht. Würde er vermutlich, wäre er nicht im Alter von acht Jahren mit seiner Familie von Wien nach Deutschland ausgewandert und erst elf Jahre später wieder nach Österreich zurückgekehrt.

Immerhin hat der junge Mann seine Liebe zum Fußball im Westen Wiens gefunden. Beim SC Red Star Penzing, wo er als Sechsjähriger begonnen hat, weiß man allerdings nicht mehr allzu viel über Muhammed Cham zu erzählen. „Er war sehr gut, aber bald wieder weg“, erinnert sich der Sportliche Leiter Michael Sonvilla. Ein Trainer, der mehr über Muhammed Cham hätte berichten können, sei leider verstorben.

APA/AFP/FRANCOIS LO PRESTIVielversprechend

Die Eckdaten sind jedenfalls klar: Muhammed Cham wurde im Jahr 2000 in Wien geboren. Seine Mutter stammt aus Gambia, der zweite Nachname Saracevic soll von seinem bosnisch-österreichischen Stiefvater stammen. Allerdings: Er will ihn weder auf seinem Dress lesen, noch etwas dazu sagen. Gerufen wird er einfach „Mo“ – das war im Nachwuchs von Hannover und Wolfsburg so und ist mittlerweile bei Ralf Rangnick nicht anders.

Der Deutsche hat den Legionär aus der französischen Ligue 1 zum Teamspieler gemacht. „Cham ist seit Wochen Stammspieler bei Clermont und einer der wenigen Spieler, die im Tempodribbling nicht nur in ein, zwei Spieler reingehen, sondern auch vorbeikommen“, sagte der Deutsche zur Einberufung des neuen Mannes.

Ruhig und schüchtern

Wo man auch hinhört, die Erzählungen über Muhammed Cham sind nahezu ident. Als ruhig und schüchtern wird er beschrieben. Das ÖFB-Dress getragen hat er erstmals in der U19 unter Hermann Stadler. „Er war extrem freundlich, ist ein richtiger Käfigkicker, körperlich war damals noch etwas Luft nach oben. Da hat er sich entwickelt“, erinnert sich der Trainer.

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Das war vor vier Jahren, als er aus der zweiten Mannschaft des VfL Wolfsburg zum ÖFB berufen wurde. Unter Werner Gregoritsch lief er auch viermal im Unter-21-Team auf, nachdem es ihn 2019 auch auf Klubebene zurück nach Österreich verschlagen hat. Die Admira schnappte sich das Talent. Unter Trainer Klaus Schmidt kam er auch oft zum Einsatz. Daniel Toth, damals Kapitän der Südstädter, erinnert sich: „Ich habe selten einen Spieler gesehen, der sich im Dribbling so durchsetzen kann. Durch seine Spielintelligenz hat er sich auch im Zweikampf oft durchgesetzt, weil er gedanklich oft einen Schritt voraus war.“ Warum er nicht mehr viel gespielt hat, nachdem Felix Magath als Sportdirektor übernommen hat? „Das haben wir uns oft gefragt. Da haben dann eher die gespielt, die den Medizinball zwei Meter in die Luft werfen konnten.“

In Frankreich indes hat man das Potenzial des Dribblers erkannt. Clermont Foot, damals in der zweiten Liga, holte Cham und verlieh ihn zunächst nach Dänemark und später zu Austria Lustenau, wo der Aufstieg des Spielers einherging mit jenem des Vereins. „Er ist als schüchterner Junge gekommen und zum Führungsspieler geworden“, sagte Lustenau-Trainer Markus Mader zu Laola1.at und hebt dabei auch Chams Qualitäten im Pressing hervor. Gut möglich, dass dies auch Ralf Rangnick aufgefallen ist.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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