ÖSV-Präsident Schröcksnadel: „Heuer geht es um den Skisport als Ganzes“

Sport

Warum Corona diese Saison für den ÖSV so heikel macht, weshalb sein Abschied als Präsident 2021 unwiderruflich ist, was sein Nachfolger mitbringen muss.

Peter Schröcksnadel geht in seine letzte Saison als ÖSV-Präsident. Einen wichtigen Triumph durfte der Langzeit-Boss schon vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden einfahren: Saalbach-Hinterglemm bekam den Zuschlag für die Ski-WM 2025.

KURIER: Was bedeutet die Heim-WM 2025 für den Skiverband?

Peter Schröcksnadel: Ich behaupte, diese WM ist für den gesamten österreichischen Sport und Tourismus ein wichtiges Zukunftsereignis. In so turbulenten Zeiten, wie wir sie jetzt gerade erleben, ist eine WM ein Lichtblick und eine Perspektive. Weil ich auch überzeugt bin, dass 2025 wieder eine normale WM sein wird, so wie wir es kennen. Und natürlich veranstalten wir als Verband Weltmeisterschaften, um Geld für den Sport zu verdienen. In dieser Hinsicht ist eine Heim-WM das Beste, was uns passieren kann.

Hätte es den ÖSV denn finanziell getroffen, wenn Saalbach nicht den Zuschlag bekommen hätte?

Nein, wir sind sehr gut aufgestellt. Was uns sicher mehr treffen würde, wäre ein Winter, in dem viele Weltcupveranstaltungen abgesagt werden müssten. Natürlich fallen immer wieder Rennen wegen Schneemangel oder Schlechtwetter aus, aber wenn eine Pandemie eine gesamte Saison verhindern würde, würde das alle hart treffen. Wir leben schließlich von den Fernseheinnahmen und den Werbepartnern, die dort präsentiert werden. Und wenn das nicht möglich ist, dann wäre das ein großes Problem.

Sind Geisterrennen wie jetzt in Sölden also noch das geringste Übel?

Der Skisport war früher ein reiner Fernsehsport. Es waren bei den Rennen ja nicht immer so viele Zuschauer wie heute in Kitzbühel oder in Schladming. In Nordamerika kannst du immer noch im Ziel jeden per Handschlag begrüßen. Natürlich hätten wir gerne viele Fans, weil es für gute Stimmung sorgt. Aber ich glaube, der Skisport kann eher ohne Fans leben als der Fußball.

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Geiler Christoph

Sind die Zuschauereinnahmen für den ÖSV denn nicht so wichtig?

Sagen wir einmal so: Die Zuschauererlöse machen keinen wesentlichen Teil unseres Einkommens aus. Das trifft uns auch deshalb nicht so hart, weil wir einen enormen finanziellen Aufwand haben, wenn wir zum Beispiel in Sölden Tribünen und VIP-Zelte aufbauen.

FIS-Direktor Markus Waldner spricht davon, dass es heuer um das Überleben des Skisports geht.

Das ist vielleicht drastisch ausgedrückt. Aber die Situation ist sicher heikel. Wenn wir diese Saison nicht gut managen, dann bekommen alle Verbände enorme Probleme. Heuer geht es um den Skisport als Ganzes.

Wie sehr hat Corona eigentlich Ihr Leben verändert?

Gar nicht so sehr. Ich bin grundsätzlich keiner, der auf Empfänge geht oder unter die Leute muss. Ich fahre viel alleine mit dem Auto, und beim Fischen behindert’s mich auch nicht. Was aber sehr wohl der Fall ist: Corona drückt auf die Psyche. Allein zu wissen, man kann nicht dorthin gehen, wo man hin möchte. Ich glaube, in dieser Hinsicht geht’s uns allen gleich. Deshalb sehe ich auch ein gewisses Risiko, wenn das Ganze überstanden ist und wir wieder ein normales Leben haben.

Inwiefern?

Ich glaube, dass dann jeder plötzlich wieder alles machen möchte. Das war ja schon im Sommer zu erkennen. Kaum gab es gewisse Freiheiten, haben es viele schon wieder übertrieben. …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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