
Die Goldene ist immer und überall dabei. Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock trägt sie stolz um den Hals – auch als Zeichen, dass ihre außergewöhnliche Karriere jetzt schon abgerundet ist.
KURIER: Wie gestaltet sich Ihr Leben als Olympiasiegerin?
Janine Flock: Selbst habe ich das noch nicht ganz realisiert. Seit ich daheim bin, ist mein Leben durchgetaktet. Wir hatten einige Medaillenfeiern, ich durfte auch einige Schulen besuchen, da kommt so viel Wertschätzung und Freude über den Erfolg zurück.
Sind Auftritte in Schulen Momente, wo Sie die Bedeutung des Erfolgs realisieren?
Ja schon. Ich war selbst ja auch in der Situation, als ich auf Menschen aufgeschaut habe. Für die Kinder ist das greifbar, wenn sie die Medaille sehen. Und wenn bei manchem Kind die Begeisterung für den Sport geweckt wird, ist es das auf jeden Fall wert.
Ist mit der Goldenen im Buch Ihres Lebens ein Kapitel fertig geschrieben?
Definitiv. Die Olympiageschichte habe ich mit dieser Medaille fertig geschrieben, das waren meine letzten Spiele. Das Kapitel mit 16 Jahren und mit vier Olympischen Spielen so zu beenden, das ist schon fein.
Hatten Sie vor Cortina mit Olympischen Spielen eine Rechnung offen?
So wurde das immer kommuniziert. Aber wir wollten das bewusst anders bezeichnen, positiv.
2018 hatten Sie in Pyeongchang Gold vor Augen und wurden Vierte. Hat das passieren müssen, damit Cortina 2026 möglich wird?
Es steckt hinter allem, das geschieht, ein Grund. 2018 hat mir sicher eine Motivation gegeben und für den nötigen Schub gesorgt. Wir haben uns als Team stark weiterentwickelt. In jeder Niederlage steckt etwas drinnen, das man mitnehmen kann. Man muss es nur finden.
Damals wie diesmal waren Sie Halbzeitführende. Hat Ihnen diese Erfahrung geholfen?
Das war definitiv ein kleiner Teil, der mitgeholfen hat. Aber wir haben im Vorfeld auch die Rahmenbedingungen geschaffen. Wir hatten so viele Trainer an der Bahn wie noch nie. Es macht viel aus, wenn das Umfeld passt, wenn die Strukturen verbessert werden.
Wer sind die Schlüsselfiguren in Ihrem Team?
Mein Lebensgefährte Matthias, mit dem ich am Material feile, Nationaltrainer Michael Grünberger, Athletiktrainer Walter Hable, der seit vier Jahren die Trainingspläne schreibt. Es braucht Partner, Sponsoren und auch die Familie. Im Laufe meiner Karriere hatte ich Glück mit meinen Begleitern. Ich hatte gute Lehrmeister.
Sie haben einmal mangelndes Selbstvertrauen als eine Ihrer Schwächen genannt. Woher kommt das, was tut man dagegen?
Grundsätzlich war ich immer ein ruhiger Mensch, der immer wieder mit Unsicherheiten zu kämpfen hatte. Ich glaube, das ist natürlich und trifft viele Menschen. Über die Zeit habe ich mich besser kennengelernt. Was sind meine Werte, wie will ich mein Team gestalten und meine Leistung bringen? Man muss sich sehr viel mit sich selbst auseinandersetzen und mutig sein, Komfortzonen zu verlassen.
Wie schwierig war das?
Sehr schwierig. Man muss sich auf etwas einlassen. Vorher überlegt man sich, ob es Sinn macht und notwendig ist. Aber es fühlt sich gut an, wenn man das schafft. Man muss herfallen und Fehler machen.
Ist das Bild vom Profisportler voller Selbstvertrauen falsch? Sind das nicht alle Menschen mit viel Zweifel?
Ja schon. Für mich war es immer harte Arbeit, mir Sicherheit zu erarbeiten. Dafür habe ich immer gute Berater um …read more
Source:: Kurier.at – Sport



