Parkour-Athletin Forster: Die Frau, die durch die Luft tanzt

Sport

Trendsport Parkour. Die Stuntfrau, Parkour-Athletin und Freerunnerin Pamela Forster über Angst, Leidenschaft und die Zukunft von Trendsportarten

Pamela Forster sieht man oft kopfüber in der Luft oder von Dächern springen. Manchmal geht sie auf Händen. Sie ist Parkourathletin, Freerunnerin sowie Stuntfrau und zudem studierte Sportwissenschafterin und Vorstandsmitglied der Sportunion Österreich. Dort ist sie zuständig für Trendsportarten und hantelt sich durch Hindernisse im Behördenalltag wie durch jene der Show Ninja Warrior.

KURIER: Wie wird man Parkourathletin und Freerunnerin?

Pamela Forster: Ich hatte das Glück, dass mich meine Mama schon als Kind in einen Turnverein gesteckt hat. Ich war immer sportbegeistert, habe in meinem Sportwissenschaftstudium viele Sportarten ausprobiert und dabei zu Parkour gefunden. Seitdem mache ich das fast täglich. Freunde haben mich dann auf die Show „Ninja Warrior“ aufmerksam gemacht, wo ich ein paar Shows mitmachte.

Martin Jordan

Wie kam es dann dazu, dass Sie Stuntfrau wurden?

Dadurch, dass ich mein Repertoire immer mehr erweitert habe, hat es sich ergeben, dass ich auch als Stuntfrau arbeite. Etwa in Amazon-Prime- oder Netflix-Serien oder für Marvel-Filme, hauptsächlich im Ausland.

Wie ist die Arbeit am Filmset?

Extrem spannend. Alles wird vorher durchgeprobt, dann kommen die Special Effects dazu. Da kann es schon extrem laut oder heiß werden. Man muss mit den Schauspielerinnen viele Choreografien einstudieren, kriegt ab und zu Waffen in die Hand, muss mit Schwertern kämpfen – es gibt nichts, was es nicht gibt.

Wie viel Einfluss hatte der Background als Turnerin für diesen Werdegang?

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Er hat mir geholfen, in neue Sportarten zu finden. Ich war immer sehr akrobatisch, musste aber viele neue Kampfsportarten lernen. Eine gewisse Koordination bringt man da aber sicher mit.

Wie vermindert man das Verletzungsrisiko? Wie oft und wie trainieren Sie?

Ich trainiere täglich und sehr vielseitig. Viele denken, ich bin Stuntfrau, ich hätte eh keine Angst vor irgendwas. Eine völlige Fehleinschätzung! Wer mich wirklich kennt, weiß, dass ich der größte Angsthase überhaupt bin. Deshalb versuche ich, mich immer sehr gut auf alles vorzubereiten. Ich setze im Training viele kleine Schritte und taste mich langsam an alles heran – viel mit Matten, mit viel Übung. So versuche ich, das Risiko zu mindern. Durch das Parkourtraining lernt man, wie man richtig fällt, wie man richtig abrollt, auch auf Beton, weil es sonst richtig weh tut.

Parkourtrainings finden oft im Park statt. Braucht man dafür auch Hallen oder andere Sportstätten, etwa um auf Matten zu trainieren?

Grundsätzlich kann man Parkour überall trainieren. Aber natürlich ergibt es Sinn, Kindern und Jugendlichen in einem geschützten Rahmen grundlegende Techniken beizubringen, um später selbstständig draußen trainieren können.

Sie sind Vorstandsmitglied der Sportunion und da für Trendsport zuständig. Was macht eine Trendsportart aus?

Sie entstehen oft aus einer bestehenden Sportart heraus. Man versucht dann, aus dem Regelwerk auszubrechen und etwas Neues zu kreieren. Oder man kombiniert mehrere Sportarten. Es geht im Endeffekt darum, dass Kinder und Jugendliche etwas ausprobieren, das es vorher noch nicht gegeben hat – und sich dann damit auch identifizieren. Zu sagen: „Das gehört jetzt uns, der Community.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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