Polnische Feiertage auf dem FavAC-Platz

Sport

EM-Porträts, Teil 6: Pawel Gasiorowski aus Krakau hat als Obmann beim FC Polska Wien Grund zum Jubeln.

Es hat einen soziokulturellen Hintergrund, warum der FC Polska Wien auch das Heimspiel gegen Yozgatspor Wien am Sonntagabend austrägt. „Damit geben wir möglichst vielen Spielern die Chance, dabei zu sein“, erläutert Obmann Pawel Gasiorowski, während erste Schatten auf dem FavAC-Platz vom Ende des Wochenendes künden.

Gegen Ende der Saison immer das gleiche Szenario: Am Marathon aus Taufen, Erstkommunionsfeiern und Hochzeiten müssen auch die Wiener polnischstämmigen Kicker teilnehmen: Freitag nach der Arbeit los, am Sonntag nach ausgiebigen Festivitäten wieder zurück – zum Fußball in Favoriten.

Einigen merkt man die Strapazen gegen das offensichtlich ersatzgeschwächte türkische Team auch auf dem Kunstrasen an. Dreißig Minuten lang ist das Spiel der 1. Klasse A mehr zum Haareraufen als zum Jubeln. Ausreichend Zeit immerhin, um mit Pawel Gasiorowski die Geschichte des FC Polska in Wien präzise aufzurollen.

Gegründet wurde dieser Fußballverein im Jahr 2000, genau genommen als eine Wirtshaustruppe: „Es gab damals kaum ein polnisches Lokal in Wien, das nicht eine eigene Mannschaft stellen konnte“, erzählt der heutige Obmann, der in der Angeligasse im zehnten Bezirk einen Installationsbetrieb mit zehn Mitarbeitern führte. Aber das sei „Geschichte“.

Grafik,Mauch Uwe

Seit 2004 nimmt sein Verein an der Meisterschaft des Wiener Fußballverbands teil. Eigentlich wollte man heuer in die Oberliga A aufsteigen.

Der aktuell vierte Platz entspricht in der Tat nicht dem Potenzial der Spieler, die in der zweiten Halbzeit ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen eher leichtfertig vergeben, aber auch sechs Tore erzielen.

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Alle getraut, alle getauft und am Ende auch noch 6:0 gewonnen: Polnische Festspiele in Favoriten! Auf dem Spielfeld, auf der Trainerbank und auch nach dem Spiel wird fast nur Polnisch gesprochen. „Es ist allen wichtig, mit dem Fußball die polnische Community in Wien sichtbar zu machen“, betont Gasiorowski.

Von Krakau nach Wien

Auch ehemalige Internationale wie Krzysztof Ratajczyk oder Jacek Bąk haben für den FC Polska Wien gespielt.

Er selbst kam als 14-Jähriger mit seiner Mutter aus Krakau nach Wien. Die erste Zeit in Haupt- und Berufsschule für Installateure war schwer für ihn: „Ich konnte kein Wort Deutsch und hatte am Anfang auch keine Freunde in Wien.“ Doch da habe er sich durchgebissen.

Heute kennt er in Wien fast alle Fußballplätze. Zu verdanken hat er das auch zwei seiner drei Söhne, die selbst Fußball spielen: „Nur leider nicht beim FC Polska.“

Apropos, Österreich oder Polen? „Polens Teamchef hat in einem Interview gemeint, dass sie aufsteigen werden.“ Und Pawels Prognose? „Nach der Papierform wird eines der beiden Teams nach der Vorrunde heimfahren.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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