Protest gegen das IOC: Kombiniererin startet mit aufgemaltem Bart

Sport

Gesamtweltcupsiegerin Gyda Westvold Hansen (NOR) ärgert sich, dass die Nordischen Kombiniererinnen 2026 nicht bei Olympia starten dürfen

Als Gyda Westvold Hansen dieser Tage in Beitostølen ihren Wettkampf bestritt, da machten die Zuschauer große Augen. Denn die beste Nordische Kombiniererin der Gegenwart war nicht wiederzuerkennen. Die Norwegerin hatte sich nämlich zum Entstaunen aller einen Bart aufgemalt.

Der Hintergrund dieser Aktion ist weniger lustig, als die Bilder es auf den ersten Blick vielleicht vermuten lassen. Hansen, die aktuelle Gesamtweltcupsiegerin, wollte mit ihrem aufgemalten Bart darauf aufmerksam machen, dass in der Nordischen Kombination keine Gleichberechtigung herrscht und Frauen benachteiligt werden.

Der Protest von Gyda Westvold Hansen richtet sich an das Internationale Olympische Komitee (IOC). Im Sommer hatten die Verantwortlichen beim IOC entschieden, dass für die Nordischen Kombiniererinnen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina kein Platz ist.

„Das war ein richtiger Nackenschlag“, sagt auch Bernhard Aicher, der Cheftrainer der ÖSV-Kombiniererinnen.

Für die Trainer und Sportlerinnen ist das „Nein“ des IOC nicht nachvollziehbar. Denn die Nordische Kombination ist damit die einzige Sportart, die bei Olympia nur von Männern betrieben wird. In sämtlichen anderen Sparten, vom Bob über das Eishockey bis hin zum Skispringen, dürfen Frauen mittlerweile um Medaillen kämpfen.

 „Wir finden es ziemlich absurd, dass man tatsächlich einen Bart haben muss, um an Olympischen Spielen teilnehmen zu dürfen“, sagte Gyda Westvold Hansen gegenüber dem TV-Sender „NRK“.

Das wahre Problem ist, dass die gesamte Nordische Kombination auf der Kippe steht. Die Olympia-Startplätze wurden von 55 (2022 in Peking) auf 36 (2026 in Mailand-Cortina) reduziert, der traditionelle Mannschaftsbewerb mit vier Startern pro Nation wurde bereits gestrichen. 2030 könnte die Nordische Kombination überhaupt aus dem Olympia-Programm verschwunden sein.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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