Rekordfrau Victoria Hudson: Vom Operationstisch zu Olympia

Sport

Die 24-jährige Niederösterreicherin wird bei den Olympischen Spielen in Tokio den Speer werfen. Und traut sich noch mehr zu.

Der Speer flog und flog und flog – und blieb erst nach 64,68 Metern im Rasen stecken. Um 3,68 Meter übertraf Victoria Hudson Anfang dieser Woche ihre eigene Bestmarke, 3,25 Meter weiter als der bisherige österreichische Rekord war der Speer in der Luft. Die Marke bedeutete die direkte Qualifikation für die Olympischen Spiele. Am 4. August wird die 24-Jährige im Olympiastadion in Tokio in den Bewerb starten.

Natürlich freut sich Victoria Hudson im KURIER-Gespräch über das Olympia-Ticket, den österreichischen Rekord und ihre eigene Bestleistung. Als „Sensation“ wollte sie die Weite aber nicht bezeichnen, hatte sich die Steigerung im Vorfeld doch schon abgezeichnet. Die Gründe für den Erfolg seien vielfältig.

Die Trainerin

2012 war Elisabeth Eberl (33) als Speerwerferin bei den Olympischen Spielen in London mit dabei. 2021 kehrt sie als Trainerin von Victoria Hudson in Tokio an den Sportolymp zurück. Es ist die Kunst des guten Trainers, das Gelernte aus eigenen Erfahrungen und Fehlern weiterzugeben und im richtigen Moment motivieren oder beruhigen zu können.

Das spiegelt sich auch in der sportlichen Leistung wider, sagt Hudson: „Die Lizzi hat mich von 52 auf 65 Meter gebracht.“ Um in den Bereich der Medaillen zu kommen, wird aber eine weitere Steigerung notwendig sein – um mindestens einen Meter. Ausgeschlossen scheint das nicht. Durch den nun fixen Startplatz kann Hudson das Training bereits jetzt auf den Saisonhöhepunkt in Japan ausrichten.

Die Technik

Im Speerwurf sind Leistungssprünge nichts Ungewöhnliches. „Das ist das Interessante in diesem Sport, dass es nicht nur stückerlweise vorangehen kann. Wenn man an der Technik gut arbeitet, können gleich ein paar Meter dazu kommen“, sagt Hudson. „Das Speerwerfen besteht aus so vielen kleinen technischen Komponenten, dass man nie zwei Athleten mit genau der gleichen Technik finden wird.“ Auch ihr Wurf auf 64,68 Meter sei noch keinesfalls perfekt gewesen. „Da sind noch einige Meter drin.“

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Die Gesundheit

Hudson konnte die vergangenen Monate verletzungsfrei trainieren. Das war nicht immer so. „Als ich mich im Vorjahr für Olympia qualifizieren wollte, hatte ich solche Schmerzen, dass ich meinen Ellenbogen komplett zutapen musste“, sagt sie. Eine Operation war in der Folge unumgänglich. Hudson ist eine der Profiteurinnen der Olympia-Verschiebung um ein Jahr, körperlich ist sie fit. Sollte sie schmerzfrei bleiben, traut sich die Niederösterreicherin eine Weite von bis zu 68 Metern zu.

Die Familie

Schon früh wurde die sportliche Entwicklung gefördert. Geworfen wurde, was Victoria Hudson in die Hände kam. „Ich hab’ immer schon ganz gut werfen können.“ Sobald es draußen schön war, ging sie mit ihrem aus England stammenden Vater nach draußen und warf Bälle. Weiter und immer weiter. Dass ihr jetzt der große Wurf nach Japan gelang und die Bemühungen der Eltern Früchte tragen, macht sie glücklich. „Meine Mama wäre aber genauso stolz, wenn ich nie zu Olympia gekommen wäre.“

Die Träume

Hudsons Sportkarriere begann mit einem Ziel. Dieses ist sogar auf Papier verewigt: „Mit 15 oder 16 Jahren habe ich meinem ersten Trainer Herwig Grünsteidl einen Brief geschrieben, dass ich alles geben werde und unbedingt einmal bei den Olympischen Spielen dabei sein will.“ Die …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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