Rekordkulisse im Wembley: England entdeckt den Frauen-Fußball

Sport

Rekordkulissen, Sponsoren und viele Experimente – Wie England das Potenzial der Frauen für sich entdeckte.

Fußball-England erschüttert nichts so leicht. Aber an diesem Wochenende herrscht doch wieder einmal Ausnahmezustand. Das liegt an zwei Spielen. Das eine findet in Liverpool statt, wo der PremierLeague-Tabellenführer am Sonntag den Verfolger Manchester City empfängt (17.30 Uhr). Glaubt man den Fußballkennern auf der Insel, wird in diesem Spiel bereits die englische Meisterschaft (vor)entschieden.

Jedenfalls dann, wenn Liverpool erneut nicht verliert. Das kam zuletzt nicht allzu oft vor für Jürgen Klopp und seine Männer. In den letzten 50 Ligaspielen gab es nur eine Niederlage, die aber ausgerechnet gegen Manchester City. Jedoch auswärts. In Anfield konnte City zuletzt in den 1930er-Jahren gewinnen.

So viel zum Sonntag.

Bereits am Tag davor geht es um das Allerheiligste im englischen Fußball: das Wembley Stadion. 90.000 Besucher hatten sich angekündigt für ein Freundschaftsspiel zwischen den Damen-Nationalteams von England und Deutschland (Samstag um 18.30 Uhr). Wer nun an eine Weltrekordkulisse denkt, der wird enttäuscht. Beim WM-Finale 1999 kamen 185 Zuschauer mehr nach Pasadena (USA).

Kurier GrafikStill und heimlich

Beeindruckend ist die Zahl von London jedoch allemal. Vor sieben Jahren zählte der englische Verband bei einem Länderspiel der Damen noch – für England überschaubare – 6.000 Besucher.

Still und heimlich hat England in den letzten Monaten den Frauen-Fußball entdeckt. Einen medialen Boost hat im Sommer die WM in Frankreich geliefert. Das Viertelfinal-Out der Engländerinnen gegen den späteren Weltmeister USA ist die meistgesehene Übertragung des britischen TV-Jahres. „Es ist eine entscheidende Zeit. Wenn wir jetzt nachlassen und nicht das offene Fenster nutzen, verpassen wir eine Chance“, sagt Englands Teamspielerin Millie Bright.

Ihr Geld verdient die Verteidigerin beim FC Chelsea und sie muss dafür nicht – wie bei vielen anderen europäischen Klubs üblich – nach dem Training in der Geschäftsstelle im Vereinsbüro aushelfen. Die Women’s Super League (WSL) ist mittlerweile ein Vollprofi-Betrieb.

Action Images via Reuters/ANDREW BOYERSEin gutes Geschäft

Neun der aktuell zwölf WSL-Klubs sind auch in der Premier League der Herren am Ball. Die zu Weltmarken herangewachsenen Klubs wie Liverpool, Arsenal oder Manchester United betreiben das nicht nur aus gutem Willen, sondern sie sehen im Damen-Fußball ein Geschäft. In einer Umfrage der UEFA gaben Mädchen aus jedem zweiten Mitgliedsland an, dass Fußball ihr Lieblingssport sei.

Noch ist es auch in England eine Wette auf die Zukunft. In der Vorsaison kamen zu einem WSL-Spiel im Schnitt weniger als 1.000 Zuschauer. Doch die Klubs und der Verband, der 2021 die EM ausrichtet, experimentieren gerade mit dem gestiegenen Interesse. Mehr als 31.000 zahlende Fans sahen das erste Manchester-Derby der Frauen zwischen United und City zum Ligaauftakt.

Chelsea ging einen anderen Weg und verschenkte Tickets für ein WSL-Spiel an der Stamford Bridge. Nicht ohne Hintergedanken. Wer zu dem Spiel wollte, musste sich online registrieren. Anhand der gewonnen Daten sah der Klub, wer sich für Damen-Fußball interessiert.

Auch in Wien ist der Sport derzeit Gesprächsthema. Als die Ticketpreise für das Champions-League-Finale in der Generali-Arena bekannt gegeben wurden, gab es …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 4 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.