Schönfelder: „Schröcksnadel wird im ÖSV ein Loch hinterlassen“

Sport

Der ehemalige Ski-Star plaudert über die Ski-WM und glaubt als Hotelier an normalen Tourismus erst im Herbst.

Er ist ein Tausendsassa, war als Skifahrer Weltklasse, stets ein Entertainer, dann Sänger und Dancing Star. Aktuell sieht man ihm beim TV-Format „The Masked Singer“.

Rainer Schönfelder verfolgte mit Genuss die Ski-WM in Cortina, als Unternehmer in der Hotellerie leidet er wie viele Kollegen und hofft auf eine Normalität im Herbst 2021. Er ist überzeugt, dass sich der Mensch an Corona gewöhnen wird. Und er vermisst im Ski-Zirkus die Typen.

KURIER: Acht Medaillen bei der WM, fünf in Gold. Gibt es da etwas zu meckern?

Rainer Schönfelder: Nein, absolut nicht. Das Ergebnis habe ich mir auch nicht erwartet, vor allem so viele Goldene nicht. Die Saison hat ja holprig begonnen, es galt das große Loch nach Marcel Hirscher zu stopfen. Und die Burschen sind immer stärker gefahren und haben dann bei er WM richtig abgeliefert. Das hat mich gewaltig überrascht.

Wer hat Sie von den ÖSV-Athleten und Athletinnen am meisten überrascht?

Eigentlich die Kathi Liensberger, weil sie auf den Punkt in einer sensationellen Dimension abgeliefert hat und eine Shiffrin und Vloha mit zwei Laufbestzeiten hinter sich gelassen hat. Das war begeisternd.

Ist die Lücke nach den Rücktritten von Hirscher und Veith mit dieser WM geschlossen oder ist es noch zu früh für diese Behauptung?

Ich habe immer gesagt, dass ich an einen Effekt glaube. Die Lücke hat sich aufgetan. Aber wenn einer wie der Marcel, der sehr viel ausgefüllt hat, plötzlich weg ist, dann entsteht viel Raum für andere Läufer. Und die müssen reinwachsen, das passiert gerade. Ich glaube, dass das Team noch stärker wird. Allein im Slalom haben wir eine starke Mannschaft mit Schwarz und Feller als Leader, es wird dann auch der Riesentorlauf besser werden, das war unser Hinkebein zuletzt. Wie sind innerhalb dieser Saison plötzlich ganz anders aufgestellt als noch vor der Saison.

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Liensberger hatte einen Materialstreit mit dem ÖSV. Viele Athleten hatten in der Vergangenheit Probleme mit dem Verband, auch Ihr Verhältnis war nicht immer friktionsfrei. Gehört das einfach dazu?

Es passiert einfach, weil sich die Läufer und ihre Persönlichkeit entwickeln. Dann gibt es eben Themen und Wünsche von Athleten, die der Verband dann nicht alle erfüllen kann. Peter Schröcksnadel als Präsident  macht ohnehin viel für die Athleten, aber irgendwo sind Grenzen gesetzt. Damit kämpft der Verband. Aber starke Individuen bringen auch herausragende Leistungen.

Kurier/Franz Gruber

Wie sehen Sie die Entwicklung im Skisport mit dem aggressiven Material?

Wir sehen oben im Weltcup, was passiert. Ja, wir haben viele Verletzte. Die Probleme beginnen unten. Meine Tochter ist acht Jahre alt, ich beginne mit ihr ein wenig Rennen zu fahren. Und ich merke, dass das Material für die Kinder zu heiß ist. Manche haben mit 15 Jahren schon das Kreuzband gerissen, was ein Wahnsinn ist. Das darf nicht passieren. Man müsste ganz unten ansetzen. Wenn die Kinder halbwegs verletzungsfrei bis ins Alter von 18 Jahren kommen, wird es auch oben im Weltcup weniger Verletzungen geben.

Eine WM in Corona-Zeiten, wo sich die Sieger die Goldmedaille selbst umhängen mussten. Komisch für Sie?

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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