Segler Zajac: „Es hilft nicht, dass ich eine Medaille habe“

Sport

Thomas Zajac gewann mit Tanja Frank 2016 Bronze und wird mit ihr die Fahne bei der Eröffnungsfeier tragen.

Bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro hatten die beiden Segler Thomas Zajac und Tanja Frank mit Bronze für die einzige österreichische Medaille gesorgt. Beide sind auch in Tokio wieder mit an Bord, allerdings gehen sie mittlerweile getrennte Wege. Tanja Frank (28) segelt mit Lorena Abicht im 49er, Thomas Zajac (35) teilt sich ein Boot mit Barbara Matz (Nacra 17).

KURIER: Verspürt jemand wie Sie vor so einem Großereignis noch eine Form von Muffensausen und Nervosität?

Thomas Zajac: Die Vorfreude ist da. Und jedes Mal, wenn ich daran denke, dass wir in Tokio am Start stehen dürfen, dann kommt das Prickeln.

Können Sie abschätzen, wie Ihr Leistungsniveau ist und wo Sie ungefähr stehen?

Tokio kann für uns ein völliges Aha-Erlebnis werden.

Tatsächlich?

Ja, das ist wirklich so. Wir segeln hier bei Olympia nicht mit dem Boot, auf dem wir in den vergangenen Monaten in Sizilien trainiert haben. Im Trainingslager haben wir zuletzt auch nur unser altes Material verwendet. Und dann haben wir natürlich keine Ahnung, wie die Australier, die Neuseeländer, die Brasilianer, die Amerikaner drauf sind. Der letzte Vergleich ist eineinhalb Jahre her.

Blicken Sie in den Trainingsfahrten automatisch nach links und rechts zur Konkurrenz, oder konzentrieren Sie sich auf Ihre Arbeit?

Selbstverständlich. Das ist der erste Vergleich. Uns allen fehlt die Wettkampfpraxis, jedem Trainingstag kommt eine enorme Bedeutung zu: Wir müssen die Starts üben, einige kleine Races veranstalten, vielleicht kann man dann da und dort noch das eine oder andere adaptieren. Aber die Hausaufgaben sind längst erledigt, das müssen sie jetzt auch sein.

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Sie haben schon an Großereignissen teilgenommen und waren schon bei Olympia. Ihre Segelpartnerin Barbara Matz betritt Neuland. Müssen Sie sie speziell vorbereiten?

Die Babsi ist sehr neugierig. Sie hat mir in den letzten Monaten viele Fragen gestellt, weil sie wissen wollte, was auf sie zukommt. Wir hatten auch ein Seminar, bei dem frühere österreichische Segler von ihren Erfahrungen und Erlebnissen berichtet haben. Da hat jeder seine eigene Geschichte erzählt, wie er persönlich Olympia erlebt hat. Da konnten die Babsi und ich viele Dinge mitnehmen. Und außerdem …

… außerdem?

Außerdem hat die Babsi ja schon einmal bewiesen, dass sie am Punkt abliefern kann. Nämlich bei der Olympia-Quali in Aarhus. Es war damals extrem schwierig, im ersten Versuch das Olympiaticket zu lösen, aber uns ist das gleich auf Anhieb gelungen. Für die Babsi war ja damals wirklich alles Neuland, keiner hatte gewusst, wie wird sie reagieren, wie wird sie sich schlagen. Aber sie hat das ganz cool über die Bühne gebracht, und das stimmt uns natürlich zuversichtlich, dass sie sich von diesem Wow-Effekt bei Olympia nicht blenden lässt.

Worauf kommt es bei Olympia an? Als Medaillengewinner müssten Sie das ja eigentlich wissen.

Natürlich kann man jetzt versuchen, das Ganze wie eine normale Regatta zu sehen. Das wird einem von allen Seiten auch ständig geraten, dass man das so machen soll. Aber das schafft kein Sportler. Man redet sich das alles gerne ein. Und natürlich stimmt es im Grunde auch: Ja, …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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