Superbowl: Wo Profisportler auch dick sein dürfen

Sport

Chris Calaycay, Trainer der Vienna Vikings, erklärt warum es im Football körperlich so unterschiedliche Spielertypen gibt und warum kein Österreicher NFL-Quarterback werden kann.

Wenn in der Nacht auf Montag die San Francisco 49ers die Kansas City Chiefs im Superbowl fordern, treffen die besten Football-Spieler der Welt aufeinander. Große und kleine, dicke (das darf man sagen) und dünne. Denn im Football ist für jeden Spielertypen Platz. „Das ist das Schöne an unserem Sport“, sagt Chris Calaycay, Coach der Vienna Vikings. Er erklärt die wichtigsten Positionen und wo Österreicher die besten Chancen auf einen NFL-Platz haben.

Quarterback: 

Die wichtigste Position im Football. Er sagt die Spielzüge am Feld an, er wirft den Ball, er läuft. „Er bekommt bei jedem Spielzug den Ball. Er ist eine Mischung aus Spielmacher und Trainer“, erklärt Calaycay. Eine gewisse Größe und flinke Beine können nicht schaden. „Aber am wichtigsten sind Führungsqualitäten.“

APA/EXPA/JOHANN GRODER

Chris Calaycay

Im Superbowl stehen sich zwei unterschiedliche Quarterbacks gegenüber. Patrick Mahomes (28) hat mit den Chiefs schon zwei Titel gewonnen. Calaycay: „In den wichtigen Momenten ist er da wie kein anderer.“ Die 49ers vertrauen auf Brock Purdy (24). Er wurde im NFL-Draft als letzter Spieler ausgewählt und wird daher traditionell „Mr. Irrelevant“ genannt. Calaycay: „Er hat etwas Besonderes.“ Erfahrung hat er jedoch keine – es ist sein erster Superbowl.

Ob ein Österreicher NFL-Quarterback werden kann? Calaycay: „Theoretisch schon. Aber in den USA gibt es 30.000 Highschools, in Österreich eine Handvoll AFL- und zwei ELF-Teams, die Spieler ausbilden.“ Den Rest könne man sich ausrechnen.

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USA TODAY Sports via Reuters Con / Tommy Gilligan

Patrick Mahomes

O(ffensive)-Line:

Die „dicken Jungs“ haben im Wesentlichen zwei Aufgaben. Sie müssen den Quarterback beschützen und Wege für den Runningback freiblocken. O-Line-Spieler sind groß (bis zu zwei Meter) und vor allem schwer (bis zu 150 Kilogramm). „Sie sind eine Einheit und müssen sehr gut zusammenarbeiten“, weiß Calaycay.

Mit Bernhard Raimann (Indianapolis Colts) hat Österreich seit zwei Jahren einen O-Liner in der NFL. Der 26-Jährige machte in der aktuellen Saison eine sehr gute Figur, verpasste die Play-offs nur knapp. Er wurde am College umgeschult, musste Gewicht zulegen und hat jetzt 145 Kilogramm. „Er ist ein herausragender Athlet. Auf der Position gehört auch viel Technik dazu.“

Tight End: 

„Tight Ends sind ganz besondere Athleten“, sagt Calaycay. „Sie sind groß und stark wie ein O-Liner, beweglich wie ein Runningback und können fangen wir ein Receiver.“ Im Superbowl kommt es auf dieser Position zum Duell zwei der besten ihrer Zunft. Bei den Chiefs ist Travis Kelce der kongeniale Partner von Mahomes, bei den 49ers überzeugt George Kittle. 

Aus österreichischer Sicht scheint Tight End eine gute Position, um es in die NFL zu schaffen. Bernhard Seikovits ist seit drei Jahren im Trainingskader der Arizona Cardinals. Florian Bierbaumer ist derzeit in einem NFL-Trainingscamp in Florida. Beide waren zuvor Receiver, wussten aber genau, dass sie als solche keine Chance in der NFL haben und lernten um. Calaycay: „Es gibt so viele Receiver in den USA, da nehmen sie nur die schnellsten.“

Runningback: 

Die härteste Position. Runningbacks werden am öftesten getackelt. Eine durchschnittliche NFL-Karriere eines Runningbacks dauert nur rund zweieinhalb Jahre. „Mit Christian McCaffrey hat …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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