Tadej Pogacar, oder: Der Unglaubliche mit Verständnis für Kritik

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Der 22-Jährige holt die zweite Tour de France en suite. Im zweiten Zeitfahren begnügte er sich mit Platz acht.

Gesamtwertung gewonnen, Bergwertung gewonnen, dazu das Weiße Trikot als bester junger Fahrer – Tadej Pogacar wird Paris am Sonntag mit Übergepäck verlassen. Der 22-jährige Slowene wurde im zweiten Zeitfahren am Samstag Achter und geht mit 5:20 Minuten Vorsprung in die letzte Etappe, an deren Ende die Titelverteidigung stehen wird. Und er zeigte eine Dominanz, die man seit einigen Jahren nicht mehr gesehen hat.

Beim ersten Zeitfahren in Laval vernichtete der Profi des Teams Emirates die Spezialisten; bei zwei Bergankünften machte sich Pogacar einen Jux und sprintete seine Rivalen nieder; und auf der Regenetappe nach Tignes holte er sich zwar nicht den Tagessieg, düste aber auf den letzten vier Kilometern den Besten der Hauptgruppe so um die Ohren, dass der Begriff Staunen dem Geschehen nicht gerecht werden konnte.

Erschwerend kommt hinzu, dass Emirates – hervorgegangen aus der italienischen Mannschaft Lampre – Personal mit zweifelhaftem Ruf beschäftigt. Zwischen 1999 und 2016 sammelte Lampre rund 30 Dopingfälle, seit 2017 kamen unter dem neuen Namen weitere zwei hinzu. Sportdirektor Fabrizio Guidi wurde als Aktiver positiv getestet, sein Kollege Andrej Hauptman (auch slowenischer Nationaltrainer) wurde vor der Tour 2000 wegen eines Hämatokritwertes von über 50 ausgeschlossen. Aus dem gleichen Grund wurde auch Manuele Mori 2002 aus dem Verkehr gezogen, Allan Peiper gab zu, als Aktiver Amphetamine und Wachstumshormon genommen zu haben.

Was der Franzose Antoine Vayer – einst Betreuer beim spanischen Skandal-Team Festina – und seine Mitstreiter vom Team Wattthefuck (www.cyclisme-dopage.com und www.chronoswatts.com) zusammengetragen haben, macht es schwer, Tadej Pogacar zu glauben. In Vayers Vertrauensindex ist Emirates mit zwei von 20 Punkten Letzter unter den 23 Teams, zuletzt machten Gerüchte um Motordoping die Runde.

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Der Ratlose in Gelb

Immerhin, anders als Lance Armstrong bedroht Tadej Pogacar seine Kritiker nicht. „Für mich ist das alles nur ein großes Spiel, und ich habe einfach Spaß daran“, sagt der bald zweifache Tour-Sieger.

Und all die Fragen nach Illegalem „verstehe ich. Ich bin nicht verärgert oder angepisst. Es sind unbequeme Fragen, weil die Geschichte unseres Sports sehr schlecht ist. Ich werde sehr viel kontrolliert. Ich weiß nicht, was ich noch tun soll. Ich könnte meine Wattdaten offenlegen, aber die könnten meine Konkurrenten gegen mich verwenden.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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