Teamchef am Ende: Wieso der ÖFB einen Neustart braucht

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Das 2:5 in Israel war der letzte Beweis dafür, dass Franco Foda nicht zu dieser Mannschaft passt.

Es war ein kurzer, emotionaler Moment, den Franco Foda kurz nach dem Achtelfinale bei der EM gegen Italien im Wembley-Stadion hatte. Ein Moment, in dem der Deutsche all seine Prinzipien über Bord warf und seinen Gefühlen freien Lauf ließ. „Jetzt haben die Kritiker Pause“, tönte der Deutsche. Nie zuvor hat man Franco Foda derart angriffig erlebt. Bei seinen Medienauftritten nicht und noch weniger, wenn es darum ging, die richtige Spielweise für seine Mannschaft zu finden.

Dabei hatte sich das ÖFB-Team in diesen Minuten gerade – trotz guter Leistung – von der EM verabschiedet, das selbst ausgegebene Mindestziel Achtelfinale erreicht und nicht etwa Italien aus dem Turnier geworfen.

Wieso sich Foda zu dieser Aussage hat hinreißen lassen, bleibt sein Geheimnis. Dabei hatte der 55-Jährige ein paar Tage zuvor noch versichert, er würde gar keine Medien konsumieren. Woher also dieser Groll gegen Kritiker?

Zurück in der Realität

Fakt ist: Von diesem guten Auftritt in London gegen die Italiener konnte sich der Teamchef nichts kaufen. Zwei Spiele nach der EM ist das Team wieder dort angekommen, wo es bereits im März war und auch schon bei den holprigen Spielen im November. Nahezu beharrlich demonstriert Foda Lehrgang um Lehrgang seine fehlende Bereitschaft und Fähigkeit, sich auf die Spieler und deren Stärken einzustellen, diese zu forcieren und das Team in Summe weiterzuentwickeln.

Indes stellt er die Stärken der Gegner in den Mittelpunkt (selbst jene Moldaus), zwängt seine Auswahl in die eine Spielidee, die er selbst kennt und hemmt seine Elf, statt ihr Flügel zu verleihen.

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Beispiele gefällig?

Im Spiel mit Ball versäumt es Foda über Monate, dem Team einen funktionierenden Plan zu verpassen. Er will, wie er nach dem 2:0 in Chisinau sagte, Tore über die Flanken erzielen. Alle vier erzielten Treffer gegen Moldau und Israel fallen durch die Mitte.

Gegen den Ball Foda lässt sein Team kaum ins geliebte Angriffspressing gehen. Der eine oder andere Spieler (wie in Haifa) pfeift drauf und attackiert hoch. Andere überlegen, ob sie mitziehen oder doch lieber dem Trainer Gehorsam schenken sollen und zögern – es entstehen Lücken, die selbst die durchschnittlichen Israelis ausnützen.
Foda beklagt die kurze Vorbereitungszeit, variiert dann aber zwischen zwei Spielen die Formation zwischen Vierer- und Dreierkette, obwohl selbst Martin Hinteregger sich schon öffentlich gegen die Dreierabwehr ausgesprochen hat. Nach dem 2:5 in Israel beteuerte Foda, dass es nicht an dieser Umstellung gelegen habe. Wieso kehrte er dann in der Pause zur Viererkette zurück?

Fodas Umgang mit den Spielern wirkt bedenklich. In Israel steht plötzlich Posch in der Startelf, der bei der EURO noch vierter Innenverteidiger und stets auf der Tribüne war. Lienhart wird links liegen gelassen. In der Halbzeit macht er Dragovic, der vor zwei Monaten noch eine starke EM gespielt hat und nicht zufällig mit 95 Länderspielen der routinierteste Teamspieler ist, wegen eines individuellen Fehlers zum Bauernopfer.

Persönlichkeiten

Foda unterschätzt in Summe, dass er es bei seinen Spielern nicht mit Kleinkindern zu tun hat, sondern mit gestandenen Persönlichkeiten, die über Jahre Leistungsträger in großen europäischen Ligen sind und sich …read more

Source:: Kurier.at – Sport

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