Todesdrohungen gegen Österreichs Tennis-Asse: Verband geht gegen Hass vor

Sport
Mit Böartigkeiten konfrontiert: Sebastian Ofner

Der ÖTV gründet zum Thema Cyber-Mobbing eine Task-Force. Zuletzt hatten etliche heimische Profis von schlimmen Fällen berichtet.

Es ist ein Problem, das es seit Jahren gibt, aber zuletzt immer offensichtlicher wurde. Der Fall von Tamira Paszek, die eine Todesdrohung über Soziale Medien öffentlich machte, schlug hohe Wellen. Auch andere Tennis-Profis, wie Sebastian Ofner, Jurij Rodionov oder Dennis Novak erklärten, dass ihnen Ähnliches widerfahren sei. Nun reagiert der Österreichische Tennisverband (ÖTV) mit einer Task Force zu diesem Thema.

➤ Mehr zum Fall von Tamira Paszek

Zahlreiche ÖTV-Topprofis berichteten dieser Tage, vor allem im Zuge der Davis-Cup-Begegnung Österreich gegen Portugal im Multiversum Schwechat, dass derartige Hasskommentare im Internet nach Niederlagen oder verlorenen Games oder Sätzen mittlerweile zum traurigen Standard geworden sind.

Der ÖTV will das so nicht akzeptieren und wird seinerseits aktiv. „Wir werden als Unterstützer des Play Fair Code, der sich saubere und manipulationsfreie Wettbewerbe zum Ziel setzt, entschieden gegen jegliche Form von Hass und Gewalt im Netz aufzutreten“, sagt ÖTV-Präsident Martin Ohneberg. Der ÖTV möchte die jüngsten Schilderungen von den Spielern zum Anlass nehmen, konkrete Schritte zu setzen und eine Task-Force einzurichten, um in der Zukunft einen Einfluss auf den Ausgang der Matches so weit wie möglich zu vermeiden.

➤ Mehr über die Aussagen zu Cyber-Mobbing von den ÖTV-Spielern

„Die Erzählungen unserer Spieler haben uns klargemacht, wie groß dieses Problem mittlerweile geworden ist und welche extremen Formen dieses annimmt. Es ist daher an der Zeit, hier zu handeln und konkrete Schritte dagegen zu setzen. Wir möchten uns bei unserem Hauptsponsor und Partner win2day sehr herzlich bedanken, der die Einsetzung dieser Taskforce und die damit verbundenen rechtlichen Schritte finanziert und dadurch ermöglicht“, sagte ÖTV-Präsident Martin Ohneberg.

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APA/EVA MANHART

Angriffe via Netz: Sebastian Ofner packte in Schwechat aus

Von rassistischen Beschimpfungen bis zu Morddrohungen

Während sich die meisten unter der Gürtellinie befindlichen Nachrichten an Spielerinnen und Spieler auf Schimpftiraden und teils schwere Beleidigungen beschränken, arten einige komplett aus. Die Palette reicht dabei von rassistischen Beschimpfungen über Morddrohungen bis hin zu Drohungen gegenüber dem unmittelbaren Umfeld, Lebenspartnern sowie den Familien. Im Zuge des Davis Cups gegen Portugal berichtete Sebastian Ofner, dass er nach seiner unglücklichen Auftaktniederlage beim Generali Open Kitzbühel nach 6:4, 5:0-Führung etwa 300 hasserfüllte Kommentare erhalten hatte. Zudem sei ihm auch bereits ein-, zweimal geschrieben worden, dass der Verfasser einer solchen Nachricht zum nächsten Turnier kommen und ihn dort umbringen werde – unter Erwähnung des nächsten Turniers, das Ofner eingeplant hatte.

Hasskommentare sollen gelöscht werden

Jurij Rodionov bat nach der frustrierenden Achtelfinalniederlage bei den NÖ Open in Tulln seinen Social-Media-Manager, erst einmal jegliche Hasskommentare zu löschen, ehe er die Plattform Instagram wieder öffnen und nutzen wollte. Und Dennis Novak erzählte, dass er sogar nach jeder einzelnen Partie zahlreiche Hasskommentare erhalte und etwa bereits seine Freundin zur Zielscheibe von verbalen Angriffen geworden sei.

Auch ÖTV-Sportdirektor und -Davis-Cup-Kapitän Jürgen Melzer machte in seiner aktiven Karriere Erfahrungen mit Hass und Gewalt im Netz. Sein Vorschlag zur Bekämpfung, am Rande des Davis Cups: Die Verpflichtung, auf allen Social-Media-Portalen ausschließlich mit dem Klarnamen agieren zu können.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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