„Viel Aspirin und Bepanthen“ – warum Leverkusen plötzlich Kult ist

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Vor dem Schlager gegen Bayern München erinnert sich Ex-Austria-Tormann Patrick Pentz an sein halbes Jahr beim Bayer-Werksklub unter Trainer Xabi Alonso.

180.000 Ticket-Anfragen gab es für den Schlager der deutschen Bundesliga am Samstag zwischen Bayer Leverkusen und Bayern München (18.30/live Sky). Das sind mehr, als Leverkusen Einwohner hat (170.000) und weit mehr, als in die BayArena dürfen (30.210). Im Internet wurden Karten, die 60 Euro gekostet haben, um 2.600 Euro angeboten.

Beim Fußballteam von Leverkusen ist derzeit nichts zu merken vom unscheinbaren, faden Werksteam, es herrscht ein Hype wie vor zwei Jahrzehnten. Damals verdiente sich die 1979 in die 1. Bundesliga aufgestiegene Mannschaft den Namen „Vizekusen“ – als Zweiter in den Jahren 1997, 1999, 2000 und 2002. 

Es kam noch ein zweiter Platz 2011 dazu sowie sechs dritte Plätze. Der Werksklub hat den Cup im Jahr 1993 gewonnen, drei Mal kam man ins Pokalfinale. Leverkusen hat einen deutschen und einen internationalen Titel – 1988 wurde der UEFA-Cup im Elferschießen gegen Espanyol Barcelona gewonnen.

Im Frühjahr spielte der Klub im Semifinale der Europa League gegen AS Roma. „Da hat man schon den Hype gespürt. Als wir mit dem Bus zum Stadion gefahren sind, war gefühlt ganz Leverkusen da“, erinnert sich Patrick Pentz, der im Frühjahr in Leverkusen unter Vertrag war und jetzt bei Bröndby spielt. Trainer Xabi Alonso, so Pentz, habe einen klaren Plan, wo die Puzzle-Teile zusammenpassen. Trotz Spielern aus verschiedenen Nationen von unterschiedlichen Kontinenten zeichnet das Team der Zusammenhalt aus. 

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Pentz erzählt gerne aus dem Alltag. „Wir waren bei Standards nicht gut. Der Trainer hat uns für jedes Standard-Tor einen freien Tag versprochen.“ Nach zwei Standard-Toren im nächsten Spiel musste er seine Ansage revidieren. Was Pentz von Leverkusen bleibt außer guter Erinnerungen? „Viel Aspirin und Bepanthen. Da könnte ich Generationen einschmieren. Die Pfoten unseres Hundes cremen wir auch damit ein.“ 

Die „Pillendreher“

Spieler und Angestellte werden auch liebevoll Pillendreher genannt in Anspielung auf den Pharmakonzern. Die Fans der Werkself gehen damit locker um. Sie singen: „Wir schlafen nicht auf Betten, wir schlafen nicht auf Stroh, wir schlafen auf Tabletten, das ist bei Bayer so.“ Nur fünf Österreicher waren bisher bei Leverkusen unter Vertrag. Julian Baumgartlinger brachte es auf 152 Spiele (2016 – 2022), Aleksandar Dragovic auf 106 (2018 – 2021). Ramazan Özcan brachte es auf acht Einsätze (2016 – 2020), Emanuel Pogatetz (2001 – 2002) auf einen, Patrick Pentz im Frühjahr 2023 auf keinen.

Karriereende bei Bayern

Dennoch hat er über den Verein und Trainer Alonso einiges zu berichten. Der Baske war mit Spanien Europa- und Weltmeister, gewann mit Real Madrid und Liverpool die Champions League. Mit Bayern München wurde er drei Mal Meister und beendete dort 2017 seine Karriere. Danach arbeitete er als Nachwuchstrainer bei Real Madrid und wurde 2019 von seinem Stammverein Real Sociedad als Trainer der zweiten Mannschaft geholt. Im Oktober 2022 wurde er vom Vorletzten der deutschen Bundesliga geholt. Am Ende stand ein sechster Platz und das Semifinal-Aus in der Europa League.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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