Vor dem Duell in Linz: Wie stark sind die deutschen Fußballerinnen?

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Das deutsche Frauenteam enttäuschte bei der WM, in der Champions League sind keine deutschen Teams mehr vertreten. Steckt Deutschlands Frauenfußball in der Krise?

Wenn Österreich am Freitag in der Linzer Raiffeisen Arena (20.30 Uhr/live ORF1) gegen Deutschland antritt, dann spielt das ÖFB-Team gegen die Vizeeuropameisterinnen und gegen eine Nation, die in der Vergangenheit zweimal die WM gewinnen konnte.

Die „Kräfteverhältnisse“ seien „ganz klar“, sagte Teamchefin Irene Fuhrmann am Tag vor dem EM-Qualifikations-Auftakt, für den bisher rund 6.500 Karten verkauft sind (Tickets online bis Spielbeginn erhältlich). Sie erwartet „viel Körperlichkeit und Geschwindigkeit“ von den Deutschen, die viele ihrer Spielerinnen aus der Liga kennen.

Zuletzt strauchelte der deutsche Frauenfußball ein wenig: Im Vorjahr musste man die WM in Australien und Neuseeland nach der Vorrunde verlassen. Und erstmals seit den Anfängen der Women’s Champions League 2009 hat in der aktuellen Saison kein deutscher Klub die Gruppenphase überstanden.

Hatte Deutschland, eines der Zugpferde im Frauenfußball, bei der rasanten Entwicklung in den vergangenen Jahren die Handbremse angezogen?

„Durchhänger“

Ex-ÖFB-Nationalspielerin Lisa Makas hat fünf Jahre lang in Deutschland gespielt und verfolgt als TV-Expertin und sportliche Leiterin der Austria Wien Frauen die Situation bei den Nachbarinnen. Sie glaubt, dass die Qualität und Breite im deutschen Frauenfußball immer noch vorhanden ist, aber so manches verabsäumt wurde. „Im Gegensatz zu anderen Ligen geht die deutsche fast unter“, sagt sie im KURIER-Fußball-Podcast Nachspielzeit. Sie spricht von einem „Durchhänger“.

Was fehle, so Lisa Makas, sei die standesgemäße Vermarktung der deutschen Frauen-Liga. Rund 3.000 Zuschauer kommen im Durchschnitt zu den Spielen, schreibt die Deutsche Welle. In Spanien und England werden unterdessen Zuschauerrekorde erzielt, die ein Vielfaches davon sind. „Ich glaube, dass in Deutschland viel mehr möglich wäre“, sagt Makas.

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Für Fuhrmann ist aber eines klar: „Wir profitieren davon, dass viele unserer Spielerinnen in Ligen wie die deutsche gehen.“ Sie bezeichnet die österreichische Liga als „Entwicklungsliga, die noch nicht die Professionalität hat wie andere“. Deutschland sei mehrere Schritte weiter.

Aufwärtstrend

Was das DFB-Team betrifft, habe man dort den ersten Durchhänger überwunden. Horst Hrubesch habe den Deutschen „wieder auf die Beine geholfen“, sagt Makas. Nach der WM-Pleite folgte er als Interimscoach auf Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg. 

Mit Mühe erreichte das Team den Gruppensieg in der Nations League und die Qualifikation für die Olympischen Spiele. „Deutschland kann dadurch sehr befreit in die EM-Quali gehen“, glaubt Fuhrmann. „Die kurze Schwächephase nach der WM haben sie gut durchtaucht.“ Für Österreich werde das Spiel eine „Riesenchallenge“. Kapitänin Sarah Puntigam ist aber zuversichtlich: „Wenn wir alle an ihre Grenzen gehen, können wir die große Schwester ärgern.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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