Warum die Dominanz von Rad-Star Pogacar zum Problem für den Sport wird

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Der 25-jährige Slowene Tadej Pogacar dominiert die Szene nach Belieben. Zum Ärger von Radsport-Fans und Konkurrenz.

Seine Überlegenheit ist derart groß, dass er sich gezwungen sieht, sich dafür zu rechtfertigen. „Ich bin mir zu hundert Prozent sicher, dass ich einigen Kollegen ziemlich auf die Nerven gehe“, sagte Tadej Pogacar, der UAE-Teamkapitän des Österreichers Felix Großschartner. „Aber ich fahre nun einmal für das Team, das mich bezahlt und meine Teamkollegen, die sich für mich den Hintern aufreißen. Wir wollen hier zeigen, wie stark wir sind.“

Eigentlich: Wie stark er ist. Selten hat man im Radsport einen derart überlegenen Athleten gesehen, wie es der Slowene beim derzeit laufenden Giro d’Italia ist. Egal ob Bergankunft oder Zeitfahren, der 25-Jährige scheint unantastbar zu sein. Auch bei der Etappe am Dienstag von Pompeji über 142 Kilometer zur Bergankunft in Cusano Mutri hatte Pogacar alles unter Kontrolle. Zwar holte der Franzose Aurélien Paret-Paintre den Etappensieg, doch Pogacar blieb ungefährdet im Rosa Trikot des Führenden.

2020 und 2021 gewann Pogacar bereits die Tour de France. Seine Form im Jahr 2024 scheint besser zu sein den. Er gewann die Katalonien-Rundfahrt mit vier Etappensiegen inklusive Punkte- und Bergwertung, er demolierte die Konkurrenz beim Frühjahrsklassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, er übernahm beim Giro auf der zweiten Etappe das Rosa Trikot des Gesamtführenden – und er hat nicht vor, es demnächst wieder abzugeben.

Tadej Pogacar ist unersättlich

Natürlich wünscht ihm die Konkurrenz weder einen Unfall noch eine Krankheit. Doch das scheint die einzige Möglichkeit zu sein, Pogacar heuer zu stoppen. Der in Monaco lebende Radprofi bereitet sich nicht gezielt auf einen Saisonhöhepunkt vor, wie einst etwa (der gedopte) Lance Armstrong, der sich ausschließlich auf den Tour-Sieg konzentriert hatte.

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Pogacar erinnert in seiner Fahrweise mehr an Eddy Merckx. Der legendäre Belgier trug den Beinamen „Kannibale“, da er sich gnadenlos jeden Sieg holte, den er nur bekommen konnte. Auch Pogacar gewinnt bei den Frühjahrsklassikern, und er holt Etappen- und Gesamtsiege bei den großen Rundfahrten. 

Pogacars Dominanz ist faszinierend. Sie ist aber auch problematisch. Vor allem aus zweierlei Gründen:  

Sie nimmt der Rundfahrt die Spannung

Sie stellt die anderen Teams und deren Sponsoren in den Schatten. 

So sagte etwa der ehemalige Radprofi und Eurosport-Experte Jean Kelly: „Wenn man zu meiner Zeit sehr viel gewonnen hat, dann ist es vorgekommen, dass Teams und sportliche Leiter zu dir kamen und sagten: ‚Du musst den anderen auch etwas überlassen.‘“

Das Problem beim Giro ist allerdings auch hausgemacht. So sollen die Veranstalter dem Team UAE ein hohes Antrittsgeld gezahlt haben. Um den Star selbst zur Rundfahrt zu holen, ist das Profil der Strecke heuer einfacher. Auch die Zahl der Höhenmeter wurde deutlich reduziert – damit Pogacar voller Energie zur Tour kommen kann.

Wird er es heuer tatsächlich schaffen, Giro und Tour de France innerhalb weniger Monate zu gewinnen? „Ich weiß, dass ich von diesem Double noch weit entfernt bin“, sagt er. „Ich weiß auch, dass das schon viele versucht und es nicht geschafft haben.“ Der letzte, dem dieses Kunststück gelang, war Marco Pantani im Jahr 1998, vollgepumpt mit …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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