Warum Frauenfußball auch den Herrn Stars guttun wird

Sport

Immer mehr Vereine in Österreich steigen ernsthaft in den Frauenfußball ein, jüngstes Beispiel ist der SK Rapid. Es geht dabei nicht nur ums Image.

Weibliche Proteste, die zum Alltag gehörten, wenn Fußball am TV-Programm stand, werden seltener. Nicht nur, weil jeder zweite Haushalt über ein zweites Fernsehgerät verfügt. Sondern weil mehr Frauen Fußball schauen, immer öfter sogar spielen. Neuerdings auch bei Rapid in Hütteldorf. Dort gelang es Geschäftsführer Steffen Hofmann gemeinsam mit Cheftrainerin Katja Gürtler eine 127-fache Nationalspielerin als Entwicklungshelferin zu verpflichten.

Carina Wenninger, die mit Bayern München (dreimal) den deutschen und mit Roma zuletzt den italienischen Meistertitel gewann, verstärkt ab sofort Rapids Kampfmann-, pardon -frauschaft, obwohl die 33-jährige Steirerin zugleich neue Managerin der heimischen Frauen-Bundesliga ist. Wegen Unvereinbarkeit braucht die Konkurrenz vorerst nicht protestieren, zumal die Rapid-Frauen im (Gegensatz zu Austria und Vienna) nicht in der Bundesliga, sondern eine Klasse tiefer spielen werden.

Frauenfußball ist eine Investition in die Zukunft

Obwohl nach Sichtungstrainings unter 180 Bewerberinnen gerade erst zusammengestellt, werden die grün-weißen Frauen vermutlich früher Wiener-Liga-Meister als Rapids Männer Bundesliga-Titelkandidat werden. Dass das Frauen-Projekt nicht nur halbherzig gestartet wird, um sich feministisches Urgieren zu ersparen, beweist allein der Personalaufwand. Mit elf Betreuerinnen ist er größer als zu Zeiten, zu denen Hofmann mit Rapid Meister wurde (2008).

Empören sich Machos, die Frauenfußball generell für überbewertet halten, über Geldverschwendung, kann ihnen entgegenhalten werden, dass es sich um eine Investition in die Zukunft handelt. Um eine, von der irgendwann auch Männer profitieren.

  Noch ein Ausfall bei der Austria vor dem Derby gegen Rapid

Nicht viele von den 20.000 österreichischen Vereinsspielerinnen werden Karriere machen. Aber sie werden dem Fußball großteils als fachkundige Zuschauerinnen erhalten bleiben. Als solche, die dem populärsten Männersport vielleicht zur Imagekorrektur verhelfen. Denn so eine ist dringend notwendig.

Wenn grimmige Typen aus den Hardcore-Fan-Sektoren in den Schwenkbereich der Kameras kommen, fühlen sich TV-Konsumenten in ihrem Fußball-Vorurteil bestätigt. Und wenn Ultras mit Pyrotechnik, die Hustenreiz und tränenden Augen verursacht, die Spielfelder minutenlang einnebeln, dann stellt sich nicht nur die Polizei, sondern auch die friedliche Mehrheit des Publikums die Sinnfrage. Speziell in Deutschland.

Dort wird zur Zeit gegen alles und jeden (und vor allem mit nicht ganz unberechtigter Skepsis gegen den geplanten Einstieg eines Liga-Investors) protestiert. Mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln, die zu langen Spielunterbrechungen führen.

Dient der Stadionbesuch radikalen Fans nur noch zur Selbstinszenierung? Ist denen der Fußball selbst gar nicht mehr wichtig? Auch dieser Verdacht löst wieder Proteste aus.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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