Warum ÖSV-Star Schlierenzauer nun endgültig das Karriereende droht

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68th Four Hills Tournament

Erst Corona, dann ein Formtief, nun erlitt der Tiroler eine Knieverletzung. Neigt sich eine erfolgreiche Karriere dem Ende zu?

Eigentlich sollte Gregor Schlierenzauer gerade in Oberstdorf sein. Das war jedenfalls sein Plan: Die WM im Allgäu, eine Medaille beim Saisonhöhepunkt, die Rückkehr an die Spitze – so hatte er es sich ausgemalt, als ihn der KURIER vor der Saison zum Interview traf. „Ich will die Geschichte zu Ende erzählen.“

Aus heutiger Sicht ist die Geschichte von Gregor Schlierenzauer in dieser Saison recht schnell erzählt: Covid-Erkrankung, Formtief, Disqualifikation, Formtief, kein WM-Ticket – und nun zu schlechter Letzt, passend zu seinem verkorksten Winter, auch noch eine Knieverletzung, die ihn zum vorzeitigen Saisonende zwingt. „Irgendwie bleibt der Wurm drinnen“, schrieb der Tiroler auf seiner Homepage.

EPA / LUKAS BARTH-TUTTASX-Stellung

Teilruptur des vorderen Kreuzbandes im linken Knie, so lautet die offizielle Diagnose. Zugezogen hatte sich Schlierenzauer diese Verletzung am letzten Wochenende in Brotterode. „Ich hatte bei der Landung eine X-Stellung, es hat mich hinten reingedrückt, und das war’s“, berichtet der 31-Jährige.

Springer mit seinen Meriten verschlägt es normalerweise nicht auf die Inselbergschanze im Thüringer Wald, die nur den Kontinentalcup beherbergt. Schlierenzauer erhielt zuletzt nur mehr eine Starterlaubnis für die zweithöchste Wettkampfserie, nachdem er im Weltcup in dieser Saison lediglich acht Punkte sammeln konnte.

Negativspirale

Die Knieverletzung, die zwar keine Operation, aber zumindest eine sechswöchige Pause nach sich zieht, passt zu diesem vogelwilden Winter, den der ehemalige Überflieger hinter sich hat. Alles begann mit einer Covid-Infektion unmittelbar nach dem Saisonauftakt in Wisla, von der sich der Tiroler nicht mehr richtig erholen sollte. An der Skiflug-WM in Planica durfte Schlierenzauer zwar noch mitwirken, wenngleich unter ferner flogen, dann verpasste er den Sprung ins Tournee-Team.

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Wie sehr er mit sich und seiner Form haderte, wurde schließlich beim Tourneefinale in Bischofshofen deutlich, als Schlierenzauer nach einem verpatzten Sprung in seinem Frust auf die Materialkontrolle pfiff und disqualifiziert wurde.

Das dürfte ihn nicht nur viele Sympathien, sondern wohl auch die letzte Chance auf eine WM-Teilnahme gekostet haben. Denn von da an wurde Schlierenzauer nur noch einmal für den Weltcup nominiert, wo er freilich abermals enttäuschte.

Scheideweg

Zum zweiten Mal in Folge verpasst der Tiroler eine WM, und zwangsläufig drängt sich angesichts dieser Abwärtsspirale und der jüngsten Verletzung die Frage auf: Geht da gerade heimlich, still und leise die Karriere des erfolgreichsten Skispringers in der Geschichte des Weltcups (53 Siege) zu Ende? Wird Brotterode auch für Schlierenzauer zum Schlusspunkt, nachdem ein folgenschwerer Sturz auf der Inselbergschanze vor einigen Jahren schon den Rücktritt von Thomas Diethart eingeleitet hatte?

Schlierenzauer will sich nicht festlegen. „Ich werde therapeutisch die Ärmel hochkrempeln und schauen, dass mein Knie wieder die volle Belastung verträgt. Alles andere wird sich ergeben.“

Der ÖSV, so heißt es, werde ihn weiter auf seinem Weg unterstützen, so lange Gregor Schlierenzauer noch Lust am Skispringen verspürt. Doch bereits vor der Saison hatte er gemeint: „Natürlich macht es keinen Spaß, wenn du nur hinterherspringst und irgendwo herumgurkst.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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