Warum Rapid von Genk mit der richtigen Strategie abgehängt wurde

Sport

Wiedersehen in der Europa League: Der Ex-Rapidler Axel Lawaree erklärt die Nachwuchsarbeit und das Scouting von Belgiens Cupsieger.

Wenn Axel Lawaree über Genk spricht, klingt der frühere Rapid-Stürmer wie Zoran Barisic im Jahr 2013. Der damalige Trainer hatte die Hütteldorfer in die Europa League geführt und gegen Genk zwei Unentschieden erreicht (1:1, 2:2). Um an einem Verein wie den damals schon finanzstärkeren Belgiern dranzubleiben, erklärte Barisic, müsste Rapid in die Nachwuchsarbeit investieren, das Scouting ausbauen und kontinuierlich weiterarbeiten. Gekommen ist es bekanntlich – zumindest bis zur Barisic-Rückkehr – anders.

Im KURIER-Gespräch erklärt Lawaree, wie Genk seither viele Millionen verdient hat und es sich diesen Sommer leisten konnte, für Stürmer Paul Onuachu 20 Millionen Ablöse zu verlangen: „Sie haben jahrelang viel Geld in den Nachwuchs investiert. Genks Fußballschule ist eine der besten des Landes.“ Das heißt in Belgien einiges. „Dazu sind sie im Scouting, auch in weit entfernten Ländern, exzellent und haben kontinuierlich gearbeitet.“

Rudolf Schmied/Georg Diener/Agentur Diener/Rudolf Schmied

Erfolgreich mit Rapid: Axel Lawaree wurde 2005 Meister

Morgen, um 18.45 Uhr, wird in Wien zum Europa-League-Start das bereits fünfte Duell in acht Jahren angepfiffen. Auf die beiden Remis 2013 folgten 2016 ein 3:2-Heimsieg und ein 0:1 beim Klub aus Flandern.

Wertvolle Legionäre

Der aktuelle Cupsieger reist mit dem im Schnitt wertvollsten Kader Belgiens an, liegt in der Liga-Tabelle nach Verlustpunkten auf Platz eins und kann am Transfermarkt mehr ausgeben als einnehmen. Lawaree, der aktuell für Belgiens Verband arbeitet, erklärt: „Heuer kommen nur die vier Top-Teams ins Meister-Play-off, deswegen hat Genk ’logische Verkäufe’ wie von Onuachu abgeblockt.“

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16 Legionäre

Legionäre wie der 2,01 m große Mittelstürmer aus Nigeria waren stets ein Erfolgsfaktor. 2013 empfahl sich Abwehrchef Koulibaly für seinen Transfer zu Neapel. 2016 waren die überragenden Spieler Ndidi, der als Sechser um 18 Millionen Euro zu Leicester wechselte, und Flügelstürmer Bailey. Für den Jamaikaner zahlte Leverkusen 2017 17 Millionen. Für Aston Villa ist der 24-Jährige 32 Millionen Ablöse wert. 16 Legionäre stehen im Kader des 1988 gegründeten Fusionsklubs.

Dass die Schere zwischen den Vereinen größer wird, zeigt ein Marktwerte-Vergleich. Die aktuellen Zahlen auf transfermarkt.at sind nur Annahmen, aber im langjährigen Vergleich ergeben sie ein realistisches Bild: Rapid konnte den Marktwert des Kaders langsam steigern. Von 20,2 Millionen für das gesamte Team beim ersten Duell, über 25,6 Millionen 2016 auf aktuell 34,5 Millionen. Genk ist in den acht Jahren mehr als eine Verdopplung gelungen, von 52,7 Millionen über 92,7 auf nun 127 Millionen.

APA/AFP/Belga/JOHAN EYCKENS

Zum Vergleich: Genk würde in der deutschen Bundesliga damit auf Platz 10, vor Freiburg, liegen. Rapid wäre knapp hinter Aufsteiger Bochum Letzter. Explodiert ist der Wert der einzelnen Spieler im Kader der Belgier von 1,39 auf durchschnittlich 5,3 Millionen (siehe unten).

Das richtige Timing

Das liegt auch am guten Transfer-Timing. „Wenn in der Akademie ein großes Talent reift, verzichtet Genk darauf, für diese Position fertige Spieler zu kaufen. Auch, wenn das ein Jahr lang für weniger Punkte sorgt“, weiß Österreichs Meister von 2005.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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