Was die UEFA bei der EM von ihren Schiedsrichtern erwartet

Sport

Normale Nachspielzeiten, harte Konsequenzen für Kritik. Mit dem Schiedsrichter dürfen nur die Kapitäne sprechen.

Am Freitag um 21 Uhr ertönt in München der erste Pfiff dieser Europameisterschaft. Wer für diesen sorgen wird und das Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Schottland leiten darf, hat die UEFA noch nicht bekannt gegeben.

Wie vor fast allen großen Turnieren wird es jedenfalls auch bei dieser EM einen neuen Schwerpunkt geben, durch den sich die Schiedsrichter und deren Chefs bei der UEFA einen Mehrwert erhoffen.

Bei der WM in Katar vor zwei Jahren waren es die ausgiebigen Nachspielzeiten, die nicht bei allen Aktiven und Konsumenten für große Freude gesorgt haben. Ein Projekt, das nach dem Turnier in der Wüste zumindest von der UEFA nicht aufgegriffen wurde und deshalb nun auch in Deutschland nicht stattfinden wird.

Jammern der Spieler soll reduziert werden

Worauf die Spieler achten sollen, wurde ihnen vor Turnierbeginn mitgeteilt. So haben alle 24 Teams einen Besuch von der UEFA erhalten, bei dem jeweils ein Mitglied der Schiedsrichterkommission vorstellig wurde. Ehemalige Top-Referees wie etwa der Niederländer Björn Kuipers oder der Spanier Carlos Velasco Caballo haben mittels 20 Videoclips daran erinnert, was im Zweikampf erlaubt und was strikt verboten ist. Beim ÖFB-Team ist dieser UEFA-Termin noch ausständig.

Europas Kontinentalverband hat sich etwas einfallen lassen. Um das ausufernde Jammern zu reduzieren, darf künftig nur noch der Kapitän mit dem Schiedsrichter sprechen. Alle anderen Spieler sollen demzufolge sofort verwarnt werden (Gelbe Karte), sollten sie sich dem Unparteiischen auf respektlose Art und Weise nähern oder gar wild in Richtung Schiri gestikulieren. Sollte bei einem Team gar der der Tormann der Kapitän sein, so darf ein Feldspieler bestimmt werden, der das Team gegenüber den Spieloffiziellen vertritt.

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Doch selbst für den Kapitän soll dies nicht als Freibrief verstanden werden. Ein ständiges Gequatsche in Richtung Schiedsrichter nach jeder Eckball- oder Abstoßentscheidung will man nicht sehen. Die Kapitäne sollen jedoch von den Referees Auskunft erhalten, wenn sie während eines Checks des Video-Schiedsrichters beim Spielleiter auf dem Feld fragen, worum es dabei geht.

Unpopuläre Pfiffe

Der Italiener Roberto Rosetti, 2008 EM-Finalreferee in Wien und heute Chef der Unparteiischen bei der UEFA, erklärt den Hintergrund: „Wir möchten, dass Schiedsrichter mit einer starken Persönlichkeit auf dem Spielfeld Entscheidungen treffen und übernehmen, die manchmal unpopulär sein können. Gleichzeitig möchten wir, dass sie offener sind und erklären, was zu bestimmten Entscheidungen geführt hat. Sie erhalten viele Informationen vom Video-Schiedsrichterassistenten (VAR), und wir sind dazu bereit, mit den Spielern und Trainern zu sprechen, um ihnen dabei zu helfen und zu verstehen, wie eine Entscheidung getroffen wurde.“

Einen Vorgeschmack auf das konsequente Vorgehen bei Kritik hat es bereits im jüngsten Champions-League-Finale gegeben, als die beiden Dortmunder Nico Schlotterbeck und Marcel Sabitzer in Hälfte eins nach ihrer ersten Kritik sofort verwarnt wurden.

Zumindest bei der EURO wird Sabitzer, der die Österreicher wohl als Kapitän aufs Feld führen wird, den Dialog mit dem Schiedsrichter suchen. Wer das im Auftaktspiel gegen Frankreich am Montag sein wird, ist ebenfalls noch geheim.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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