Wimmer-Abgang bei der Austria: Mehr als ein violetter Rauswurf

Sport

Die Wiener haben sich von ihrem Trainer getrennt. Im Verein geht es immer noch um persönliche Befindlichkeiten und Machtkämpfe.

Johann Nepomuk Nestroy hätte seine helle Freude an der Austria. Sein Stück „Der Zerrissene“ aus dem Jahr 1844 wird im Jahr 2024 am Verteilerkreis neu aufgeführt. Denn die Violetten sind zerrissen wie schon lange nicht, an einem Strang wird nicht wirklich gezogen. Dabei wäre das dringend vonnöten, wenn man finanziell und sportlich einer Krise enteilen möchte.

Doch das ist den Veilchen einerlei, vielmehr geht es um persönliche Befindlichkeiten, Eitelkeiten, die ausgelebt werden müssen, um Machtkämpfe, die gewonnen werden sollen, um Einfluss, der genommen wird.

Die Struktur befeuert das, zu viele Gremien mit zu vielen Mitgliedern sorgen seit jeher für Unruhe im Verein, da jeder mitreden und sich einbringen möchte in Bereiche, von denen er nichts versteht.

Die Entlassung von Trainer Michael Wimmer ist mehr als ein Rauswurf ob der schwachen sportlichen Leistungen, es ist auch ein Statement intern im Verein. Präsident Kurt Gollowitzer soll die treibende Kraft dahinter gewesen sein, Sportvorstand Jürgen Werner hat es immerhin offiziell verlautbart. In seinem Vertrag steht, dass einzig und allein er einen Trainer bestellen und entlassen kann. Dieser Paragraf dürfte nun gefallen sein.

Dieses Tauziehen im Hintergrund zwischen dem Verein und den Investoren beschäftigt die Austria schon seit Monaten. Den Vereinsfunktionären stößt sauer auf, dass sie im sportlichen Bereich keinen Einfluss gegenüber Jürgen Werner und Sportdirektor Manuel Ortlechner besitzen. Wimmers Entlassung war nun eine klare Ansage in Sachen Mitsprache.

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Turbulente Zeit bei der Austria

Die kommenden Monate werden wieder einmal turbulent bei der Austria. Stadionverkauf, Trainersuche, Trainerbestellung, Kaderplanung, so ganz nebenbei möchte man doch noch irgendwie einen Europacupplatz ergattern.

Vielleicht aber sollte sich die Wiener Austria einfach an einem anderen Nestroy-Werk orientieren, das „Nur Ruhe“ heißt. Die könnte sie gut gebrauchen.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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