Winheims Tagebuch: Im Fußball wird gestritten, wie eh und jeh

Sport

In Deutschland wittert man nach dem Viertelfinal-Aus gegen Spanien den großen Betrug. Hans Krankl bejubelte in Jesolo den verdienten Aufstieg seiner Spanier.

Am 7.7. vor genau 50 Jahren wurde Gastgeber Deutschland mit einem 2:1 gegen die Niederlande Weltmeister. Zum großen Jubiläumsfest am Sonntag kommt’s nicht. Die legendären 74-er-Champions Franz Beckenbauer und Gerd Müller sind verstorben. Ex-Weltmeister Paul Breitner ist bös auf den deutschen Verband und Ex-Weltmeister Uli Hoeneß ist mit einer Prognose daneben gelegen.

Hoeneß hatte 2017 gegen die Einführung Video Assistent Referee gewettert mit der Befürchtung, dass es nie mehr zu Wirtshaus-Diskussionen käme, von denen der Fußball lebe. In Wahrheit wird trotz VAR, trotz zig Kameras, trotz Chip im EM-Ball gestritten wie eh und je.

Uneinigkeit der Regelexperten

Dass für den 2014-er-Weltmeister Toni Kroos, der Spaniens Spielmacher Pedri kampfunfähig machte, spätestens nach einem zweiten groben Foul sein letztes Spiel vorzeitig enden hätte müssen, wurde selbst vom deutschen TV-Kommentator so gesehen. Ob es vom englischen Referee Anthony Taylor falsch war, wegen eines vermeintlichen spanischen Handsvergehen keinen Elfer zu geben – darüber sind indes selbst Regelexperten uneinig.

Von deutschen Medien wird „Betrug“ geschrien.

Wie die Österreicher blieben die Deutschen für ihre Drangperiode unbelohnt. Und wie die ÖFB-Spieler sind Kimmich und Co nach ihrem Out nicht zu Buhmännern, sondern im deutschen Fall sogar zu Märtyrern geworden.

Für Ex-Goleador Hans Krankl, der das Last Minute-Tor der Spanier vor’m TV-Gerät in Jesolo bejubelte, war deren Aufstieg „verdient“ .

Mit Josef Hickersberger, 76, schwärmt ein anderer einstiger Cordoba-Kämpfer und späterer ÖFB-Teamchef vom generell hohen Niveau. „Ich hätte nicht geglaubt, dass ich einmal eine so großartige EM miterleben darf.“

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Ballannahme, Haken, Abspiel erfolgen oft nur in einer Bewegung. Es wird gesprintet und gefightet wie noch nie. Wozu einstige Größen mit den heutigen Möglichkeiten (Trainingssteuerung, bessere Felder, andere Bälle, andere Ernährung usw.) wohl auch fähig gewesen wären.

Dass angefangen von Krankl, Hickersberger, Prohaska, Jara fast alle Internationale der Generation 65+ künstliche Hüft- oder Kniegelenke haben, wird mit auch Spätfolge vom Training unter Ostblock-Schleifern sein.

Wie der Fußball haben sich Sportmedizin und Chirurgie weiterentwickelt. Trotzdem werden Flughafen-Scanner bei den 2024-er-EM-Stars ausschlagen, wenn die erst 50 sind und sie ihre Gelenke voller Titan haben. So schnell und substanzfordernd ist der Sport geworden.

Die TV-Konserve vom Finale 74 mutet verglichen mit der EM 2024 wie Zeitlupe an.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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