Alarmierende Zahlen: Jeder Fünfte unter 30 hat Schulden in Österreich

Wirtschaft

Der Jugendmonitor der Arbeiterkammer zeigt, die Auswirkungen der Teuerungen und wie sehr sich Junge um die Zukunft sorgen.

Mit drei Prozent ist die Teuerung in Österreich nach wie vor hoch. Vor allem im Vergleich mit anderen Euro-Ländern. In Italien lag sie zuletzt bei nicht einmal einem Prozent, in Finnland bei einem halben Prozent. 

Die Inflation bereitet zahlreichen Menschen hierzulande finanzielle Schwierigkeiten und Sorgen. Auch jungen Menschen. Laut einer Erhebung der Arbeiterkammer (AK), dem sogenannten Jugendmonitor, ist die finanzielle Lage für 30 Prozent der 16- bis 29-Jährigen „schwierig“. 

Ilkim Erdost, Bereichsleiterin Bildung bei der AK, sagt: „Die Zahlen des Jugendmonitors haben uns erschreckt. Die finanzielle Situation ist prekär, viele können ihre Aus- und Weiterbildung nicht wie geplant antreten oder müssen sie abbrechen. Andere können ihre Wohnungspläne, zum Beispiel bei den Eltern auszuziehen, nicht realisieren.“ 

Martina Zandonella vom Foresight Institut hat die Studie durchgeführt. Sie sagt: „Rund 50 Prozent der Jugendlichen haben im vergangenen Jahr beim Einkauf einsparen müssen, 44 Prozent haben beim Urlaub eingespart.“ Besonders drastisch sei, dass 21 Prozent, also jeder Fünfte und jede Fünfte das eigene Bankkonto überzogen, also Schulden bei der Bank hat. 

Im Rahmen des Jugendmonitors wurden erstmals auch die Sorgen der jungen Menschen abgefragt. „Worüber machst du dir am meisten Sorgen?“, wurden sie etwa konkret gefragt. 

Herauskristallisiert hätte sich laut Zandonella ganz klar: „Ihre eigene finanzielle Lage und ihre Zukunft bereiten den Jungen die meisten Sorgen.“

Zukunftspläne mussten aufgegeben werden oder haben sich geändert. Hier geht es stark darum, die richtigen Bildungs- und Berufsentscheidungen zu treffen. Aber auch: Wird es mir gelingen, eine sichere und gute Arbeit zu finden, die auch zu mir passt. Diese zentralen Fragen stellen sich Jugendliche. 

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Soziale Schere geht auseinander

Der Jugendmonitor zeigt aber auch, dass Vermögen nach wie vor ungleich verteilt ist. 

Demnach müssen sich jeder und jede Dritte überhaupt keine finanziellen Sorgen machen. Jede und jeder Fünfte hat sogar ein Einkommen aus Vermietung, Verpachtung oder Kapitalanlagen. Zwei Drittel erhalten Unterstützung von den Eltern. Ebenso groß ist der Anteil an jenen, die ca. den Wert eines Hauses erben werden.

Erdost spricht in dem Zusammenhang von „unterschiedlichen Startvoraussetzungen“. 

Klar sei aber, dass „die Teuerung alle trifft“, so Erdost. Die Arbeiterkammer fordert deshalb von der Politik „direkte Investitionen in den Sozialstaat“. 

Man wolle eine Preistransparenzdatenbank für Lebensmittel sowie keine volle Weitergabe der Inflation bei den Nutzungsentgelten öffentlicher Freizeiteinrichtungen und ein kollektivvertragliches Mindestlehrlingseinkommen von 1.000 Euro sowie einen Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld für Lehrlinge. 

Zum Gegensteuern richtet die AK außerdem einen eigenen Bildungscampus in Wien-Wieden ein.

SPÖ und FPÖ orteten anhand der Ergebnisse des Monitors in Aussendungen unisono ein Versagen der türkis-grünen Regierung. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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