Androsch: „Österreich hinkt bei Künstlicher Intelligenz weit hinterher“

Wirtschaft

Der Industrielle beklagt zu geringe Ausgaben für die Forschung. Auch in Mikroelektronik und Biotechnik müsse mehr Geld fließen.

Künstliche Intelligenz werde – auch wenn man die jetzige Aufregung über das Thema für übertrieben hält – früher oder später alle Lebensbereiche beeinflussen, sagt der Industrielle Hannes Androsch. Darauf müsse man sich bestmöglich vorbereiten. Denn gegenüber den Amerikanern und den Chinesen liege Europa weit zurück. 

Um aufzuschließen, seien in der Forschung und auch in der Ausbildung große Anstrengungen notwendig. Österreich hinke aber auch im europäischen Umfeld hinterher. Ausreichende Unterstützung gebe es weder für die Schulen noch bei den Forschungsausgaben, sagt Androsch, der bis 2020 zehn Jahre lang auch dem Forschungsrat vorstand.

„Zu langsam“

Die österreichische Forschungsförderung hat auch NXAI-Mitgründer Sepp Hochreiter in der Vergangenheit wiederholt kritisiert. Die Bereitstellung von Mitteln erfolge viel zu langsam. Bis Anträge durchgehen, sei man von der Konkurrenz überrannt: Förderinstrumente in Österreich seien „superungeeignet“ für die schnelllebige KI, sagte der Forscher.  Dass private Investoren, wie im Fall seines Unternehmens, in Grundlagenforschung investieren, sei in Europa einzigartig.

Dass Grundlagenforschung weit von tatsächlichen Anwendungen entfernt sei, gelte für das Digitale nicht mehr, meint AI-Austria-Vorstand Clemens Wasner. Die erste Publikation zu dem KI-Modell, das ChatGPT zugrunde liegt, sei 2017 veröffentlicht worden. Zwei Jahre später hatte man bereits erste Produkte und 5 Jahre später einen Massenmarkt mit Hunderten Millionen Nutzern: „Da muss man auch in Österreich aufwachen.“ 

Wenig Hoffnung

Androsch fordert eine zukunftsfördernde Wirtschaftspolitik. Das gelte besonders für Innovationen und Technologien, neben KI nennt er etwa auch Mikroelektronik und Biotechnologie. Österreich mache aber genau das Gegenteil. 

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„Man gibt Unsummen an Förderungen und Subventionen für Strukturerhaltung aus“, so der Industrielle. Mit einer Verbesserung rechnet er nicht: „Alle Äußerungen, die jetzt in Richtung der Wahlen gemacht werden, nehmen nicht einmal Bezug darauf.“ 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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