Anonyme Anzeige gegen Novomatic: Eine Million für Falschaussage?

Wirtschaft
IBIZA-U-AUSSCHUSS: BARTHOLD

Glücksspielkonzern: „Absurd und aus der Luft gegriffen“. Staatsanwaltschaft Wien ermittelt

Zuerst versuchte sich der ehemalige Rapid-Tormann Peter Barthold selbst im Geschäft mit dem Glücksspiel. Doch die Kooperation mit dem Gaming-Konzern Novomatic schlug in eine erbitterte Feindschaft um. Der Ex-Fußballer hatte mehrfach behauptet, Novomatic habe ihm Geld angeboten. Zuletzt im Ibiza-Casinos-U-Ausschuss.

Jetzt beschäftigt eine neue Anzeige gegen Novomatic-Eigentümer Johann F. Graf und Manager des Konzerns die Justiz. Ein anonymer Anzeiger, der sich als parlamentarischer Mitarbeiter im U-Ausschuss bezeichnet, gibt an, Novomatic habe Barthold eine Million Euro angeboten, wenn er vor dem U-Ausschuss zum Vorteil des Konzerns aussage.

Die Million sei von einem angeblichen Verbindungsmann zu Novomatic in Aussicht gestellt worden. Und zwar für eine Vergleichsfinanzierung des Privatkonkurses von Barthold über 400.000 Euro sowie für eine unbefristete Kooperation zu Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiels über 6.000 Euro monatlich plus Spesen. Bei einer angenommenen Vertragsdauer ergebe das eine Summe von 600.000 Euro.

Darüber hinaus wird behauptet, ein Novomatic-Mitarbeiter habe den Eigentümer des News-Verlages, Horst Pirker, mit 300.000 Euro bestochen, um einen Artikel zu verhindern, in dem Barthold ausführlich zu Wort gekommen wäre. Die Anzeige liegt dem KURIER vor. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Staatsanwaltschaft Wien ermittelt

Die Anschuldigungen sind großteils nicht neu, Barthold äußerte sie zuletzt am 30. September im U-Ausschuss.

APA/GEORG HOCHMUTH / GEORG HOCHMUTH

Ex-Rapidler Peter Barthold vor dem U-Ausschuss

Die Anzeige ging am 5. Oktober bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ein, die das umfangreiche Ibiza-Casinos-Verfahren führt. Die Anzeige wurde an die Staatsanwaltschaft Wien weitergeleitet. Dort wurden jetzt Ermittlungen eingeleitet, bestätigte Sprecherin Nina Bussek gegenüber dem KURIER. Auf Falschaussage vor einem U-Ausschuss droht eine Höchststrafe von drei Jahren.

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„Sämtliche Behauptungen sind absurd und aus der Luft gegriffen“, sagt Novomatic-Anwalt Peter Zöchbauer. Die Substanzlosigkeit werde sich in kürzester Zeit herausstellen. Novomatic habe Barthold zu keinem Zeitpunkt eine Geldsumme angeboten oder versprochen. Barthold habe schon einmal eine solche Behauptung aufgestellt, die sich als unwahr herausgestellt habe. Er habe alle Verfahren gegen Novomatic verloren bzw. wurden die Ermittlungen „dazu vollinhaltlich eingestellt“.

Zöchbauer zitiert eine Einstellungsbegründung der WKStA: „Letztlich sind die Angaben des KR Peter Barthold vielfach widersprüchlich und nicht lebensnah. Insgesamt ist das Bestreben erkennbar, der Novomatic AG bzw. den für sie handelnden Personen strafbares Verhalten anzulasten“. Wegen der Aussagen nach dem U-Ausschuss habe Novomatic wieder eine Klage gegen Barthold eingebracht. Barthold sagt dazu: „Ich habe mit dieser Anzeige nichts zu tun. Wenn ich etwas anzuzeigen habe, dann mache ich das sicher nicht anonym“.

„Frei erfunden“

News-Verlagschef Pirker dementiert den Vorwurf, von Novomatic Zuwendungen erhalten zu haben, vehement: „Frei erfunden“. Er habe seit drei Monaten keinen Kontakt zu Novomatic gehabt, weder aktiv noch passiv. Und ein in der Anzeige erwähnter Anwalt dementiert, dass er bei einem Gespräch über eine Vergleichszahlung zum Privatkonkurs dabei gewesen sei.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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