Aus eins mach hunderte: Wie Gemüse einfach vermehrt wird

Wirtschaft

Herbstzeit ist Erntezeit. In Kürbis, Tomate und Erbse schlummert das Saatgut für die nächste Gartensaison

Viele Gemüsesorten sind Anfang September reif und können geerntet werden – sei es Kürbis, Tomate, Zucchini, Erbse, Gurke, Karotte oder Radieschen. Jetzt ist auch der ideale Zeitpunkt, um Saatgut für die kommende Gartensaison zu ziehen. Denn mitten in den Früchten des einen Jahres schlummern bereits die Samenkörner des nächsten Jahres.

Warum es sinnvoll ist, Samen zu ernten? Weil man auf diese Weise die Lieblingssorte anbauen kann, die besonders aromatisch ist – und keine von der industriellen Landwirtschaft designte Sorte.

Pflanzen müssen reif sein

Pflanzen vermehrt man über Samen oder Ableger. „Bei Fruchtgemüse wie Paradeiser, Gurke, Kürbis, Zucchini, Bohne und Erbse ist es ganz einfach, Samen zu ziehen. Jene von Paradeiser, Chili und Kürbis sind schon reif, wenn die Früchte geerntet werden“, sagt Björn Schoas, Gartenexperte der Umweltberatung.

„Bei Gurken, Zucchini und Bohnen lässt man die Frucht länger an der Pflanze hängen, damit die Samen gut ausreifen können.“ Gurken müssen gelblich werden, Zucchini einen gelblichen Schimmer annehmen, erst dann ist es soweit. „Paprika müssen eine Farbveränderung zeigen, erst dann kann man das Saatgut entnehmen“, sagt Andrea Heistinger und betont: „Saatgut nimmt man nur von vollreifen Früchten. Denn unreifes Saatgut keimt nicht.“

1. Kürbisse

Besonders einfach sind die Kerne aus dem Fruchtfleisch von Kürbissen zu entnehmen. Diese werden über einem Sieb mit einem Wasserstrahl gereinigt und anschließend getrocknet.

Getty Images/iStockphoto/MariaRaz/IStockphoto.comParadeiser und Gurken

Bei Paradeisern und Gurken geht man anders vor. „Tomaten- und Gurkensamen sind von einer gallertartigen Masse umgeben. Um die Samen aus dieser zu befreien, schabt man sie auf ein Blatt Küchenrolle und lässt sie so trocknen“, sagt Andrea Heistinger. Dieses Stück Küchenrolle kann – wenn die Samen mit einem Zentimeter Abstand zueinander aufgelegt wurden – im Frühling verkehrt auf Anzucht-Erde gelegt und mit einer Schicht Erde bedeckt werden. Daraus wachsen dann neue Tomatenpflanzen.

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Getty Images/iStockphoto/Marie Kaz Photo/IStockphoto.com

„Eine andere Möglichkeit ist die Gärung. Die Tomaten-Samen kommen in ein mit Wasser gefülltes Marmelade-Glas an einen warmen Ort, das Glas wird nicht dicht verschlossen, sondern der Deckel nur aufgelegt. „Mikroorganismen setzen einen Gärungsprozess in Gang und zersetzen die Schutzschicht rund um die Samen“, erklärt Andrea Heistinger. Die Samen sinken zu Boden und werden auf ein Holzbrett zum Trocknen gelegt.

3. Karotten

Für zweijährige Kulturpflanzen wie Karotten braucht man etwas mehr Geduld. „Die Wurzeln werden im ersten Jahr geerntet, frostfrei in einer Kiste mit Sägespänen eingeschlagen überwintert , damit sie nicht austrocknen“, sagt Andrea Heistinger. „Im Frühling werden sie im Abstand von 30 Zentimetern wieder ausgepflanzt. Im Frühling blühen die Karotten, im Hochsommer können schließlich die Samen geerntet werden.“

4. Kräuter

Auch Kräuter können einfach vermehrt werden. Dafür bleiben diese im Herbst länger im Beet stehen, bis sie blühen. „Wenn die Schoten und Samenstände braun und trocken werden, sind sie bereit zur Ernte“, sagt Björn Schoas. Er empfiehlt, bei der Saatguternte einen flachen Teller unter die Pflanzen zu stellen, da die reifen Samen leicht aus den Samenkapseln fallen können.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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