Benko und Co.: Signa-Pleite zog mehr als 100 Insolvenzen nach sich

Wirtschaft

In Österreich und Deutschland sind dutzende Signa-Gesellschaften betroffen. Die Lage ist schwer zu überblicken.

Nicht nur das in weiten Teilen zahlungsunfähige Signa-Konglomerat des nun selbst insolventen Unternehmensgründers Rene Benko ist stets schwer durchschaubar gewesen. Das gilt auch bei den Dutzenden Insolvenzen einzelner Signa-Gesellschaften. Denn neben zwölf Insolvenzen, mit denen das taumelnde Immobilienunternehmen in Österreich in Verbindung steht, sind es in Deutschland samt dort gesetzlich auch möglicher „vorläufiger Insolvenzen“ mehr als 100, zeigen APA-Recherchen.

Neben den zuletzt erfolgten Insolvenzen der Familie Benko Privatstiftung und von Rene Benko als Unternehmer sind laut Angaben des Gläubigerschutzverbands Creditreform zehn weitere Firmen aus dem Signa-Umfeld, wie bekanntermaßen etwa die Developement Selection und die Prime Selection sowie die Signa Holding als „Mutterschiffe“ der Gesellschaft.

Dazu kommen die Signa Hospitality GmbH, Informationstechnologie GmbH, Real Estate Management GmbH, REM Transactions GmbH und SFS Austria GmbH sowie die Lamarr-Rohbau-Firma (Projektgesellschaft) Mariahilfer Straße 10-18 Gmbh. Darüber hinaus ist auch die Burgenland Jagdpachtgesellschaft mbH insolvent und gehört zum früher oft als Imperium bezeichneten Firmennetzwerk.

Vorläufige Insolvenzen

In Deutschland, wo die Signa auch intensiv tätig war, ist die Lage schwieriger zu überblicken. Das liegt nicht nur an der Zahl der insolventen Gesellschaften, sondern auch an einer anderen Rechtslage rund um „vorläufige Insolvenzen“, die es in Österreich nicht gibt. Per feststellbarem Letztstand wurden laut Creditreform insgesamt 103 Insolvenzverfahren in Deutschland eingereicht – wovon aber zuletzt nur sieben Verfahren auch tatsächlich eröffnet worden waren.

Der Rest sind „vorläufige Insolvenzverfahren“, in denen es noch eine Einigung mit den Gläubigern geben könnte. Der Ablauf ähnelt dem US-amerikanischen Chapter-11-Verfahren.

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Wie viele Pleiten dann tatsächlich in einem Insolvenzverfahren münden oder doch noch abgewendet werden, hängt auch vom 100 Mio. Euro schweren Massekredit der Signa Prime ab. Dadurch könnten nicht nur neue (vorläufige) Insolvenzen in Deutschland verhindert werden. Auch könnten bestehende Verfahren rückabgewickelt und damit Zugang zu den Immobilien und deren Verwertung erlangt werden, sagen Experten.

Eingereicht und eröffnet sind in Deutschland die Verfahren über die Signa Real Estate Management Germany GmbH, REM Germany Rent GembH, SCAx GmbH, RE Transactions GmbH & Co. KG (eingereicht, aber noch nicht eröffnet für die weitere RE Transactions GmbH), RE Transactions Management GmbH, Financial Services Germany Gmbh, Galeria Properties GmbH und Mönckenbergstraße 16 Immobilien GmbH & Co. KG.

Vorläufig eröffnet sind in Deutschland Insolvenzen über gut 80 Gesellschaften, die nicht zuletzt ebenso im Zusammenhang mit der neuerlichen Insolvenz der dortigen Warenhauskette von Galeria Karstadt Kaufhof stehen wie die eröffnete Insolvenz der oben genannten Galeria Properties. Bei etwa 30 deutschen Gesellschaften werden derzeit Sachverständigengutachten zur Immobilienverwertung eingeholt.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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