Bio-Bauern fürchten um künftige Förderungen

Wirtschaft

Bio Austria warnt infolge gemeinsamen EU-Agrarpolitik vor einer Abschaffung von Bio-Maßnahmen.

Nachdem im heurigen Frühling eine Einigung auf die gemeinsame Agrarpolitik (GAP) in der EU erzielt wurde, müssen die Mitgliedstaaten nun eigene Konzepte zur Einreichung bei der EU-Kommission ausarbeiten. In Österreich bedeutet das die Überarbeitung des Österreichischen Programms für umweltgerechte Landwirtschaft (ÖPUL). Die Verhandlungen laufen, aktuell seien aber keine eigenen Maßnahmen mehr für die Bio-Landwirtschaft vorgesehen.

„Für das neue ÖPUL ab 2023 ist nach den derzeitigen Plänen des Ministeriums eine Abschaffung der Bio-Maßnahme vorgesehen“, sagte die Obfrau von Bio Austria, Gertraud Grabmann, am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Derzeit gebe es eine eigene Bio-Maßnahme, in Zukunft sei jedoch ein Modulssystem angedacht, wo „Bio in der Form“ nicht mehr vorkomme.

Kulturbruch

Die Abschaffung wäre ein „Kulturbruch in der österreichischen Agrarpolitik“ und „alles andere als dazu geeignet“ die heimische Bio-Landwirtschaft zu fördern, so Grabmann. Es brauche unbedingt auch weiterhin eine „geeignete Ausgestaltung der Fördermaßnahmen, um die Biobäuerinnen und Biobauern entsprechend ihren Leistungen abzugelten“, forderte Grabmann.

Um den Beitrag der heimischen Bio-Bauern in der Landwirtschaft zu untermauern, gab Bio Austria eine Studie beim Forschungsinstitut für Biologischen Landbau (FiBL) in Auftrag, bei der 245 Bio-Betriebe umfassend auf ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit analysiert wurden. Die Studienautoren Thomas Lindentahl und Richard Petrasek stellten den Betrieben ein gutes Zeugnis aus. Bei mehr als 80 Prozent der untersuchten Themenbereiche (zum Beispiel: Klimaschutz, Bodenfruchtbarkeit, Gewässerschutz, etc.) hätten die Betriebe im Median gut bis sehr gut, das heißt mit einer Zielerreichung von über 60 Prozent, abgeschnitten.

Die Autoren betonten, dass die heimische Bio-Landwirtschaft vor allem aufgrund ihres systemischen, also ganzheitlichen, Ansatzes wichtige Leistungen für Umwelt und Klima erbringe. Es gehe nicht darum, ein Material durch ein anderes zu ersetzen oder eine chemische Substanz wegzulassen, sondern es gehe darum, alle Faktoren der Nachhaltigkeit, gleichermaßen zu berücksichtigen, so die Autoren. Weiters lieferten die Betriebe durch ihre Leistungen die Grundlage für die Weiterführung und Nachschärfung von gesetzlichen Rahmenbedingungen, beispielsweise der EU-Bioverordnung.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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