Bybit-EU-Manager: „Bitcoin ist tot“ hört man nicht zum ersten Mal

Wirtschaft

Als die Kryptobörse Bybit vor etwas mehr als acht Monaten in Österreich startete, lag der Kurs der größten Kryptowährung Bitcoin bei mehr als 110.000 US-Dollar. Mittlerweile ist er auf unter 70.000 US-Dollar abgestürzt.

Bis jetzt sei die Kursentwicklung durchaus im Rahmen üblicher Schwankungen, sagt der Österreicher Georg Harer, der bei Bybit EU die Position des Co-CEOs innehat. In einen Abgesang auf die Kryptowährung will er nicht einstimmen. „Bitcoin ist tot“ sei auch schon zu hören gewesen, als die Kryptowährung vor mittlerweile 15 Jahren von 30 auf weniger als zehn Dollar abstürzte, sagt Harer: „Das ist ein Zyklus der sich alle paar Jahre wiederholt.“ 

„Organisches Wachstum“ 

Einen Rückgang an Nutzern verzeichnete der Bitpanda-Konkurrent wegen der fallenden Kurse nicht. Sie könnten durchaus auch als Gelegenheit zum Einstieg in die Kryptowelt gesehen werden, sagt Harer.

In Österreich werde es heuer und im nächsten Jahr richtig spannend, sagt Harer. Denn Bybit hat hierzulande um neue Konzessionen angesucht. Künftig will man auch Zahlungsdienste und Zahlungskonten anbieten. Nutzer erhalten dann etwa einen eigenen österreichischen IBAN. Mit der internationalen Kontonummer können grenzüberschreitend  Überweisungen getätigt werden. Harer nennt es eine „kleine Banklizenz“, Kredite dürfen keine vergeben werden. Die Karten will Bybit selbst ausgeben. Auch das Portfolio an Finanzinstrumenten soll über den Kryptowährungsbereich hinaus erweitert werden. 

Bereits heute bietet Bybit in Zusammenarbeit mit Mastercard eine Kreditkarte an, mit der Nutzer auch mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether bezahlen können. Die werden bei Transaktionen im Hintergrund automatisch in Euro umgewandelt.

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Großes Potenzial bei Stablecoins

Bei Zahlungen mit Kryptowährungen sieht man vor allem in den sogenannten Stablecoins großes Potenzial. Weil sie an eine traditionelle Währung gebunden sind und der Wert hinterlegt werden muss, fallen Kursschwankungen, wie sie bei Bitcoin & Co. zu sehen sind, weitgehend weg. In fünf bis zehn Jahren werde es Standard sein, mit Stablecoins zu bezahlen, meint Harer.

Auch heimische Banken widmen sich dem Thema. Sie wollen mit dem digitalen Geld u. a. ebenfalls Kostenvorteile bei internationalen Transaktionen nutzen. 

Europäische Initiativen in dem Bereich begrüßt der Bybit-Österreich-Chef. Der derzeit mit Abstand größte Stablecoin sei USDT. Der habe keine EU-Lizenz, EU-Recht sei deshalb bei USDT kaum durchsetzbar. Man müsse auch in der EU attraktive Möglichkeiten schaffen.  

„Vertrauen ist Thema“

Wie unterscheidet sich der österreichische Markt von anderen Märkten? Hierzulande sei Vertrauen ein großes Thema. Man wechsle selten das Finanzinstitut, verzichte auf günstigere Angebote und bleibe lieber bei einem Partner, dem man vertrauen könne. Niederlassungen in Österreich und Europa seien nicht zuletzt deshalb wichtig.

Für Österreich habe aber auch die Kompetenz der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) gesprochen, sagt Harer. Es hätte in Europa sicherlich Regulatoren gegeben, wo man es leichter gehabt hätte. Die FMA verfüge über ein Team, das auch über Leute mit Erfahrung in dem Bereich verfüge. „Man kann dort auch wirklich Konzepte besprechen und bekommt sehr schnell eine Antwort.“ 

Bybit ist einer von acht Anbietern, die in Österreich eine Lizenz Kryptodienstleistungen nach der seit Ende 2024 geltenden MiCAR-Regulierung (Markets in Crypto-Assets Regulation) erhalten haben. Regulatorischen Nachholbedarf sieht Harer bei sogenannten tokenisierten Finanzinstrumenten oder bei Token für den Immobilienhandel mit der den Kryptowährungen zugrundeliegenden Blockchain-Technologie. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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