Coronavirus: Lieferengpässe bei Gold auch in Österreich

Wirtschaft

Münzen und Barren teilweise nicht erhältlich. Produktion in der Schweiz ist lahmgelegt. Kauf über Shops nicht möglich.

In Krisen ist Gold Fluchtwährung Nummer eins. Bitter wird es dann, wenn Menschen ihr Kapital nicht in das Edelmetall umschichten können. Das ist derzeit der Fall. Barren und Münzen sind zum Teil nicht erhältlich. Dafür gibt es drei Gründe.

Erstens ist die Nachfrage so stark gestiegen, dass sie nicht sofort befriedigt werden kann. Dies wird dadurch verschärft, dass in der Schweiz drei große Gold-Raffinerien wegen Corona behördlich geschlossen wurden. Sie recyceln rund 2.000 Tonnen Gold im Jahr, das ist ein weltweiter Marktanteil von fast 50 Prozent.

Geschlossene Shops

Und nicht zuletzt gibt es einen Engpass aufgrund der geschlossenen Geschäfte. Beim Edelmetallhändler Ögussa mit acht Geschäftsstellen in Österreich können Menschen, die Geld benötigen, ihr Gold nicht verkaufen. „Wir kriegen eMails verzweifelter Menschen“, sagt Geschäftsführer Marcus Fasching.

Zwar sei sein Betrieb durch die Rücknahme auch als Abfallentsorger klassifiziert, wodurch ihm das Öffnen der Geschäfte erlaubt wäre. Doch den Menschen zu erklären, dass die Shops nur für den An-, nicht aber den Verkauf geöffnet wären, sei nicht machbar. „Das Chaos wäre zu groß.“

Wettbewerbsverzerrung

Fasching kritisiert aber im KURIER-Gespräch die Ungleichbehandlung gegenüber Banken, die sehr wohl geöffnet haben und Edelmetallhandel betreiben würden. „Das ist eine Wettbewerbsverzerrung.“

Wegen der geschlossenen Shops kann Ögussa somit auch keine Münzen wieder verkaufen, Barren jedoch aufgrund der eigenen Produktion schon. „Wir produzieren auf Teufel komm raus.“

Mangel an Platin

Anders bei der Münze Österreich. Dort sind gewisse Größen (wie etwa der Kilobarren) nicht erhältlich, da sie direkt aus der Schweiz bezogen werden. Auch Platinprodukte seien erst Anfang April wieder zu haben. Münzen gebe es aber ausreichend. „Die Nachfrage ist deutlich gestiegen“, so Sprecherin Andrea Lang.

Auch bei der Tochter Schoeller Münzhandel gibt es Einschränkungen im Sortiment. „Derzeit können wir bei unseren Lieferanten keine Ware mehr bestellen – heute können daher keine weiteren Bestellungen mehr platziert werden“, hieß es am Dienstag Nachmittag. Es sei für die nächsten Tage weiterhin mit Einschränkungen bei der Warenverfügbarkeit und daher mit eingeschränkten Annahmezeiten für Bestellungen zu rechnen.

Generell ist bei Händlern eine Bestellung wegen der geschlossenen Geschäfte derzeit nur online oder telefonisch möglich. Nach getätigter und bezahlter Order schicken entweder die meisten Händler die Münzen oder Barren versichert an die Kunden. Oder zweite Möglichkeit: Der Händler bewahrt die Bestellung für den Kunden gesondert und gesichert auf. Sobald die Shops wieder geöffnet werden, können die Kunden ihre Waren abholen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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