Debatte um E-Fuels als Alternative zu Elektroautos

Wirtschaft

Umweltfreundlichkeit der Treibstoffe wird angezweifelt.

Franz Viehböck, Österreichs erster Mann im Weltraum und inzwischen Chef des Metallverarbeiters Berndorf, hält nicht viel von Elektroautos. Sie seien umweltschädigend aufgrund des für den Elektromotor nötigen Abbaus seltener Erden. Vielmehr, so der studierte Techniker im KURIER-Gespräch, sollten E-Fuels, also synthetisch hergestellte Treibstoffe, zum Einsatz kommen. Damit seien Verbrennermotoren umweltfreundlicher einsetzbar. Dem widerspricht nun aber eine Studie.

Demnach sorgen Autos, die mit E-Fuels betrieben werden, während ihrer gesamten Lebensdauer im Vergleich zu Benzin- oder Dieselfahrzeugen nur für minimale Einsparungen an CO2-Emissionen. Die Studie wurde von der Expertenrunde „Transport and Environment“ erstellt. T&E ist die Dachorganisation von 53 nichtstaatlichen, europäischen Organisationen, die sich für nachhaltigen Verkehr einsetzen.

In der Studie wurden die Emissionen eines kompletten Lebenszyklus von Autos berechnet, die im Jahr 2030 gekauft werden (inklusive Herstellung). Ein Fahrzeug, das mit einer Mischung aus E-Fuels und Benzin angetrieben wird, würde die Emissionen im Vergleich zu konventionellem Sprit nur um 5 Prozent reduzieren.

78 Prozent weniger Ausstoß

Ein Elektrofahrzeug hingegen würde 78 Prozent weniger Emissionen verursachen als ein Verbrenner. Gegenüber einem Fahrzeug, das mit reinem E-Fuel betrieben wird, wären es noch immer 53 Prozent. Dies sei vor allem auf Verluste in der E-Fuel-Herstellung und dem ineffizienten Verbrennungsmotor zurückzuführen. Berechnungsgrundlage war der durchschnittliche EU-Strommix, der für 2030 vorhergesagt wird.

Der Studie wiederum widerspricht Stephan Schwarzer, Geschäftsführer der eFuel-Alliance

Österreich. „100 Prozent klimaneutral hergestelltes eFuel im Tank bedeutet, 100 Prozent weniger CO2-Emissionen.“ E-Mobilität allein werde die erforderlichen Emissionsreduktionen nicht schaffen. Gerade für einen Massenmarkt hätten E-Fuels eine große Hebelwirkung.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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