Deutsche-Bank-Chef: Bankenfusionen in Europa notwendiger denn je

Wirtschaft

Mehr als 5.000 Finanzinstitute in Europa laut Sewing viel zu viele.

Die aktuelle Wirtschaftskrise macht Bankenfusionen nach Ansicht von Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing dringlicher denn je. „Wenn wir als Banken zeigen wollen, dass wir in der Mitte dieser Gesellschaft stehen, dann ist jetzt die beste Zeit dafür“, sagte Sewing am Montag bei einer Branchenveranstaltung in Frankfurt.

„Als Sektor insgesamt müssen wir mittelfristig in Europa unser größtes Strukturproblem angehen: die Zersplitterung.“ Mehr als 5.000 Finanzinstitute in Europa seien viel zu viele. Von den 20 größten Banken der Welt habe keine mehr ihren Sitz in der Europäischen Union.

Zwar erweise sich die Branche in der Coronakrise als robuster als noch vor zehn Jahren, bilanzierte Sewing.

„Doch wir sind vielfach schlicht nicht profitabel genug, um selbst weiteres Kapital und damit weitere Kapazität für unser Geschäft zu generieren.“ Der Manager, der der Deutschen Bank einen radikalen Umbau verordnet hat, mahnte: „Wir Banken müssen weiter an unseren Kosten arbeiten, wir müssen in unsere Technologie investieren, wir müssen innovativer werden.“

Grenzüberschreitende Zusammenschlüsse

Für die Deutsche Bank selbst kämen aber größere Fusionen erst einmal nicht infrage. Das Institut müsse im kommenden Jahr seine eigenen Hausaufgaben machen und den Konzernumbau, dem weltweit 18.000 Jobs zum Opfer fallen, abschließen. Außerdem fehlten in Europa die Rahmenbedingungen für eine groß angelegte Konsolidierung.

„Grenzüberschreitende Zusammenschlüsse werden erst dann wirklich attraktiv, wenn wir die Bankenunion vollendet haben“, sagte Sewing. Hier gehe es seit Jahren nicht weiter. „Ich würde mir wünschen, dass die schiere Dimension der aktuellen Herausforderungen der Politik hilft, diese Blockade endlich zu brechen.“

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Vor allem aber müssten Banken sich auf ihre Stärken konzentrieren, sagte Sewing. „Nur mit starken Banken und einem starken Kapitalmarkt wird Europa die Mittel aufbringen für den Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Coronapandemie.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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