Die Gründe für die hohen Pelletspreise

Wirtschaft

Es gibt viele Ursachen dafür, dass die Preise für Pellets in den vergangenen Monaten explodiert sind. Eine Übersicht.

Angesichts der hohen Energiepreise ist Heizen für viele ein wichtiges Thema und Grund zur Sorge. Neben Strom und Gas sind auch Pellets deutlich teurer geworden. Aber warum eigentlich? Der KURIER hat sich die wichtigsten Fragen und Antworten angesehen.

Wie haben sich die Pelletspreise im vergangenen Jahr entwickelt?

Mit Stand Juli 2022 haben sich die Preise um gut 97 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht – also nahezu verdoppelt. Lose Pellets kosten bei Haushaltsmengen per Juli 44 Cent pro Kilogramm. Gegenüber dem Vormonat Juni sind die Preise um 19,9 Prozent angestiegen.

Was sind die Gründe dafür?

Gründe gibt es mehrere. Am europäischen Markt fehlt durch den Krieg in der Ukraine und die EU-Sanktionen Holz aus Russland und Weißrussland. Dieses Holz wurde zwar nicht nach Österreich importiert, aber die Pellets fehlen in anderen Ländern, das hat auch direkte Auswirkungen auf Österreich. Außerdem ist da auch die Sorge der Menschen, dass die Preise sich noch weiter erhöhen bzw. nicht ausreichend Pellets zur Verfügung sein werden. Und: Auch Kraftwerke nutzen vermehrt Pellets zur Stromproduktion.

Werden Pellets von Händlern oder Herstellern gehortet?

Nein, sagt zumindest Christian Rakos vom Verband proPellets Austria. „Die Händler sind besorgt, dass die Kunden Pellets horten, also mehr kaufen, als sie benötigen. Das führt zu einer angespannten Lage und langen Lieferzeiten.“

Gibt es tatsächlich einen Pellets-Engpass?

Pellets sind aus den oben genannten Gründen stark nachgefragt. Wer jetzt Pellets bestellt, muss mit mehreren Wochen Wartezeit rechnen.

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Woher kommt das Holz für die Pelletsproduktion in Österreich?

Das lässt sich mit der Menge an Sägerundholz beantworten, das in Österreich verarbeitet wird. Denn Pellets sind ein Nebenprodukt der Sägeindustrie, deren Basis vor allem Säge- und Hobelspäne sind. 2021 wurden 10,4 Millionen Erntefestmeter Sägerundholz aus Österreich in der heimischen Sägeindustrie verarbeitet. Zusätzlich wurde aus einigen Ländern Sägerundholz importiert, etwa aus Tschechien 4,5 Millionen Festmeter, aus Deutschland 2,5 Millionen Festmeter, aus Italien 0,46 Millionen Festmeter (Zahlen aus 2020). Der überwiegende Teil der Nebenprodukte wird zu Pellets verarbeitet.

Welche Mengen an Pellets werden jährlich importiert und exportiert?

873.688 Tonnen Pellets wurden im Vorjahr exportiert, 87 Prozent davon gingen nach Italien, das „traditionell der größte Exportmarkt für Österreich ist“, erklärt Rakos. Die Handelsbeziehungen der Holzwirtschaft mit Italien bestünden seit Jahrzehnten. Importiert wurden 411.799 Tonnen, 40 Prozent aus Tschechien, 29 Prozent aus Rumänien und 27 Prozent aus Deutschland. Die Importe kamen in erster Linie von „heimischen Unternehmen, die in diesen Ländern produzieren“.

Wie werden sich Angebot und Nachfrage im nächsten Jahr entwickeln?

Vorerst wird es wohl keine Entspannung bei den Preisen geben, so Christian Rakos. „Ich glaube, dass es zu einer Stabilisierung kommen wird, aber auf dem sehr hohen Niveau, auf dem wir momentan sind.“ Er ist sich aber sicher, dass sich das im kommenden Frühjahr ändere. Der Grund: Kapazitätserweiterungen in der österreichischen Pelletsproduktion. Aktuell liege das Produktionsvolumen bei knapp 1,7 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr für Österreich, 2023 werden es dann 1,9 bis 2 Millionen Tonnen sein. „Deswegen ist es sinnvoll, sich jetzt nicht bei Preis-Höchstständen mit Pellets einzudecken – weil sie wieder günstiger werden.“

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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