Diese Milliardäre haben Spendierhosen an

Wirtschaft
FILE PHOTO: Berkshire Hathaway Chairman Warren Buffett walks through the exhibit hall as shareholders gather to hear from the billionaire investor at Berkshire Hathaway Inc's annual shareholder meeting in Omaha

Wettstreit der Superreichen in den USA. Sie wollen sich beim Spenden übertrumpfen. Statt auf Wohltätigkeit zu setzen, solle man lieber die Steuern auf Vermögen erhöhen, meinen Kritiker

Mitte Juli gab Bill Gates bekannt, „praktisch mein ganzes Vermögen“ zu spenden. 20 Milliarden Dollar wolle er umgehend an seine wohltätige Stiftung übergeben. Der Microsoft-Gründer ist jedoch nur einer von vielen Milliardären, die sich ähnliche Ziele gesetzt haben. Im Silicon Valley und darüber hinaus baut sich ein Philanthropie-Wettkampf nach dem Vorbild Carnegies und Rockefellers auf.

Das Ende des 19. und der Anfang des 20. Jahrhunderts werden in den USA „Gilded Age“, also „Vergoldetes Zeitalter“ genannt. Der Grund dafür liegt in dem enormen wirtschaftlichen Aufschwung in dieser Zeit. Ein Aufschwung, der die ersten Tycoons, einflussreiche und vermögende Unternehmer, hervorgebracht hat.

Die bekanntesten darunter sind zweifelsohne Andrew Carnegie, der Vater der amerikanischen Stahlindustrie, und John D. Rockefeller, dessen Standard Oil zeitweise fast den gesamten amerikanischen Erdölmarkt kontrollierte. Doch besonders Carnegie blieb auch aus einem anderen Grund im Gedächtnis: 1889 veröffentlichte er einen Artikel, in dem er schreibt „He who dies rich, dies disgraced“ – Wer reich stirbt, stirbt in Schande.

Es ist dieses Mantra, das die Superreichen dazu anspornte, Superspender zu werden. Carnegie und Rockefeller lieferten sich geradezu einen Wettlauf um die ausschweifendste Großzügigkeit. So gründete der Stahl-Tycoon über 2.800 öffentliche Bibliotheken, während der Öl-Titan für die University of Chicago sowie die Entwicklung von Impfungen gegen Meningitis, Gelbfieber und weitere Krankheiten verantwortlich ist.

Die Motivationen der Geldgeber beschreibt Mark Dowie, Autor von American Foundations, einem bedeutenden Buch über wohltätige Stiftungen, als „Schuldgefühl, Narzissmus, Paternalismus, der Wunsch nach Unsterblichkeit… und eine Liebe zur Menschheit.“

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Heute sieht die Situation ähnlich aus. Gates und Co. treten in die Fußstapfen der großen Geber und überflügeln sie dabei sogar. Die Bill & Melinda Gates Foundation verfügt nun über circa 70 Mrd. Dollar, weit mehr als die Rockefeller- und Carnegie-Stiftungen zusammen. Ihr Fokus liegt dabei auf der Bekämpfung von Krankheiten weltweit.

Sie zeigt sich beispielsweise für die weitgehende Ausrottung von Polio sowie die Forschung an Impfstoffen gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria verantwortlich. Auch die Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 wurde mit mehr als 200 Mio. Dollar unterstützt.

Versprechen, zu geben

Doch der Tech-Milliardär ist bei weitem nicht allein mit seiner Spendentätigkeit, ein Fakt, zu dem er selbst viel beigetragen hat. 2010 riefen er und Warren Buffett, Gründer der Holding Berkshire Hathaway und einer der reichsten Menschen der Welt, The Giving Pledge ins Leben. Das Versprechen, zu geben ist „ein Versprechen der reichsten Personen und Familien der Welt, den Großteil ihres Vermögens zu spenden“. Auf der Unterzeichnerliste finden sich Namen wie Micheal Bloomberg oder Mark Zuckerberg.

REUTERS / SCOTT MORGAN

Warren Buffett.

Zuckerberg und seine Frau Priscilla Chan, die ihren Reichtum durch Facebook erworben haben, wollen 99 Prozent ihres Vermögens für gute Zwecke geben. Die Chan Zuckerberg Initiative hat seit ihrer Gründung 2015 tatsächlich bereits 3 Mrd. Dollar gespendet und für dieses Jahrzehnt weitere 3,4 Mrd. angekündigt. Der Facebook-Mitgründer Dustin Muskovitz hat über die gemeinsam mit seiner Frau Cari Tuna gegründete Stiftung Good Ventures bereits 1,44 Mrd. Dollar für Justizreform und Malariaforschung gegeben. …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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