Dubiose Immobilien-Investments: Konkurs statt 11,5 Prozent Zinsen

Wirtschaft

Mehr als 20 Gesellschaften aus dem Firmenreich der VMF- und VKM-Gruppe sind mittlerweile in die Pleite geschlittert. Tausende Anleger sollen betroffen sein.

Im Schatten der milliardenschweren Signa-Pleite sind auch die österreichischen Immobilienunternehmen VMF und VKM um die Brüder Christian und Martin Voithofer zusammengebrochen. Im Gegensatz zur viel größeren Signa-Pleite sollen in ihren Fällen geschätzte 5.000 Kleinanleger, sprich Crowdinvestoren, betroffen sein.

Die seit Mittwoch dieser Woche insolvente Holding VMF Capital Invest GmbH hat über Tochtergesellschaften Immobilienprojekte umgesetzt oder war dabei, diese zu verwirklichen. In den Projektgesellschaften wurden Liegenschaften auf Pump angekauft, Wohnhausanlagen errichtet und Wohnungen später abverkauft. Doch dann wurde dem Geschäftsmodell ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Anhebung des Leitzinses

„Durch die Anhebung der Leitzinsen kam es zu einer massiven Verteuerung von Immobilienkrediten. Hinzu kam die Verschärfung der Eigenmittelerfordernisse für Wohnungskäufer, sodass der Verkauf der Wohnungen ins Stocken geriet“, heißt es im Insolvenzantrag der VMF Capital Invest. „Gleichzeitig kam es zu einer Kostensteigerung im Baubereich. Die Mindereinnahmen aus dem Verkauf einerseits und Mehrausgaben im Bau andererseits führten zur Zahlungsunfähigkeit der Tochtergesellschaften, womit Haftungen der VMF Capital Invest GmbH schlagend geworden sind.“

39 Tochtergesellschaften sind betroffen. „Über die meisten Tochtergesellschaften sind mittlerweile Insolvenzverfahren eröffnet worden“, heißt es weiter. Allein die marode VMF Vermögensverwaltung hat 21,87 Millionen Euro Bankschulden, die aber großteils mit Liegenschaften besichert sind. Die insolvente VKM Liegenschaftsverwaltung GmbH hat 26,92 Millionen Euro Bankverbindlichkeiten. Im Umfeld Letzterer gibt es 24 Pleiten. 

Hohes Risiko

Laut Investmentcheck.de haben die Immobiliengruppen VMF und VKM, die auch gemeinsame Projekte betreiben, über die Schwarmfinanzierungsplattform Rockets Holding in 14 Projektfinanzierungen angeblich 8,36 Millionen Euro und über die Plattform Rendity in sechs Fundings 7,5 Millionen Euro bei Anlegern eingesammelt.

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Für das Investment beim (insolventen) Bauprojekt in der Grazer Feuerbachgasse 28 wurden den Anlegern 8,75 Prozent bzw. 9,25 Prozent Zinsen pro Jahr in Aussicht gestellt. Beim (insolventen) Bauprojekt Unterer Schreiberweg 47 in Wien sogar 11 bzw. 11,5 Prozent Zinsen pro Jahr.

Auffällig ist, dass laut Rockets mehrere dieser Crowd-Finanzierungen gescheitert sind. Im September 2023 hat die VMF Capital Invest auch noch eine Anleihe mit 12 Prozent Zinsen pro Jahr aufgelegt. Anscheinend wegen Erfolglosigkeit wurde die Anleihe später zurückgezogen.

100 Prozent geboten

Die insolvente VMF Vermögensverwaltung soll die werthaltigste Tochter der VMF Capital Invest sein. Sie soll einen umfangreichen Immobilienbesitz haben: insgesamt 65 Wohneinheiten an 16 Standorten plus 63-Kfz-Stellplätze. Diese Aktiva haben einen Liquidationswert in Höhe von 28,21 Millionen Euro, aber bis auf 7,23 Mio. Euro sind die Wohneinheiten verpfändet.

„Im Zuge eine mehrjährigen Verwertungszeitraumes sollen nicht nur 100 Prozent der Verbindlichkeiten bei der VMF Vermögensverwaltung abgedeckt werden, sondern auch ein Vermögensüberschuss erzielt werden, der auch bei der VMF Capital Invest die Erfüllung eines Sanierungsplanes ermöglichen soll“, heißt es im Insolvenzantrag der VMF Capital Invest. Nur sei nicht absehbar, welche Erlöse erzielt werden können. Die Anleger der Pleite-Gesellschaften dürften durch die Finger schauen, da ihre Forderungen nachrangig sind.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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