Energiewende: Die Rechnung zahlt der Nachbar

Wirtschaft

Die Pläne für erneuerbare Energie belasten vor allem die Haushalte. Subventioniert wird ein absurdes System

Die Grundzüge der Pläne von Energieministerin Leonore Gewessler für die Förderung erneuerbarer Energieträger sind leicht erklärt. Bürger können sich zu „Energiegemeinschaften“ zusammenschließen und gemeinsam Strom produzieren. Diese Energiegemeinschaften sollen bis zu 60 Prozent weniger Gebühren für den Ausbau und Erhalt der Stromnetze bezahlen.

Doch die Kosten für die Stromnetze werden wegen des weiteren Ausbaus nicht sinken, sondern steigen. Die Netzbetreiber werden die Gesamtkosten wie bisher den Haushalten weiterverrechnen. Die Netzgebühren für alle Haushalte, die nicht bei einer Stromerzeugergemeinschaft mitmachen, werden daher deutlich steigen. Die Rechnung zahlen also die Nachbarn.

Die Kosten für Strom aus erneuerbarer Energie sind aktuell um ein vielfaches höher als der Strompreis am Markt. Ohne massive Förderungen geht da nichts. Daher gibt es für erneuerbare Energieträger Einspeisetarife, die deutlich über dem aktuellen Strompreis liegen.

Diese Einspeisetarife zahlen ebenfalls die Haushalte. Je höher die Einspeisetarife für erneuerbare Energieträger angesetzet werden und je mehr Ökostromanlagen es gibt, desto höher sind dann die zusätzlichen Kosten für die Haushalte.

Laut E-Control wurden 2019 rund eine Milliarde Euro an Ökostromförderung verteilt. 565 Millionen Euro gingen an die Betreiber von Windanlagen, 195 Millionen wurden für Biomasseanlagen mit festen Brennstoffen ausgegeben und 140 Millionen für Fotovoltaik.

Es wird teuer

Laut Koalitionspaket soll es künftig zehnmal so viel Fotovoltaik wie bisher geben und dreimal so viel Windenergie. Das wird die Ökostromabgabe für die Haushalte massiv erhöhen.

Damit wird ein Ökostromregime weitergeführt, das nicht leisten kann, was es verspricht. So soll bis 2030 der Strom zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie kommen. Das ist allerdings nur ein PR-Gag. Die erneuerbaren Energieträger liefern sehr viel Strom im Frühjahr. Wegen des Überangebots muss der Strom sogar verschenkt werden. Das ist möglich, weil er ja über die Ökostromabgabe bereits bezahlt wurde.

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Im Winter hingegen ist der Wasserstand der Flüsse niedrig und die Sonnenenergie deutlich schwächer. Daher wird auch deutlich weniger Öko-Strom erzeugt. Bis 2000 hat Österreich mehr Strom produziert, als im Inland verbraucht wurde. Die Umstellung von Gaskraftwerken auf erneuerbar Energieträger hat dazu geführt, dass die Stromimporte in den Wintermonaten massiv gestiegen sind.

Dazu ein Beispiel: Am 17.12.2019 mussten 40 Prozent des Inlandsverbrauchs vor allem aus Deutschland und Tschechien importiert werden. Dort kommt der Strom im Winter nicht von erneuerbaren Energieträgern, sondern aus Kohle- oder Atomkraftwerken.

Doch darüber spricht man nicht gerne. Schließlich sollen die Haushalten ohne zu Murren die zusätzlich Kosten für ein absurdes Ökostromregime bezahlen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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