Exportnation Österreich: Europa als Sorgenkind, Asien als Hoffnungsgebiet

Wirtschaft

Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer beklagt steigende Kosten für Energie, Mitarbeiter und Bürokratie

Trotz aller Krisen und Kriege in der Welt, die schwer auf der Wirtschaft lasten, läuft Österreichs Exportmotor vergleichsweise rund. In diesem Jahr dürfte erstmals die Marke von 200 Milliarden Euro bei den Waren-Ausfuhren erreicht werden. Spätestens 2025 dürfte sogar die Schwelle von 300 Milliarden überschritten werden, wenn man den Export von Waren und Dienstleistungen zusammenzählt.

Dennoch ist Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer in Sorge um die Zukunft des Standortes. Österreichs Betriebe, aber in Wahrheit Unternehmen in ganz Europa, drohten durch steigende Kosten für Energie, Mitarbeiter und vor allem auch Bürokratie unter die Räder zu kommen oder abzuwandern. Europa sei sein Sorgenkind, sagt Mahrer. Österreichs Exportbetriebe, 63.700 an der Zahl, müssen sich neue Märkte suchen. Alle Augen sind nun auf Asien gerichtet. Südostasien ist die Hoffnungsregion schlechthin.

Folgerichtig soll demnächst ein neues Außenhandelsbüro in Bangalore (Indien) eröffnet werden, aber auch eines in Taschkent (Usbekistan). Zeitgleich bereitet sich die Kammer intensiv auf die Expo 2025 in Osaka (Japan) vor. Um Fachkräfte anzuwerben, setzt man auf die Philippinen und Indonesien.

Südostasien als Hoffnungsregion

Das Potenzial ist enorm: Von den zehn größten Exportmärkten Österreichs kommen acht aus Europa. Nur die USA (Platz 3 nach Deutschland und Italien) sowie China auf Platz 9 tanzen sozusagen aus der Reihe.

Hierzulande brauche es dringend mehr „Beweglichkeit und Freiheit“ für die Betriebe und eine Lohnnebenkostensenkung von vier Milliarden Euro aufwärts, sagt Mahrer. Die Qualität der Produkte würden ja passen, aber man preise sich zusehends aus dem Markt. „Da sollten alle Alarmglocken schrillen.“

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Politisch wünscht sich der Kammerboss ein EU-Bürokratiemoratorium, ein „Zurück an den Start“ beim Lieferkettengesetz sowie Unterstützung für die kriselnde Bauwirtschaft. Welche künftige Koalition für die Wirtschaft am besten wäre, lässt Mahrer offen – übt aber scharfe Kritik an FPÖ und SPÖ. Die Blauen wollten Österreich „verzwergen“ und eine Mauer um das Land errichten. Die SPÖ erzähle das Märchen von der 32-Stunden-Woche. Beides sei falsch und gefährde den Wohlstand des Landes.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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