Fix-Kredit billiger als variabel: Talsohle bei Wohnbau „durchschritten“

Wirtschaft

Oberbank-Chef Gasselsberger optimistisch: Höhere Löhne, sinkende Zinsen und das Wohnbaupaket zeigen Wirkung

Die Finanzwelt erwartet heuer drei Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank. Aber schon im Vorfeld haben die Börsen das in ihren stetig steigenden Kursen eingepreist. Und auch private Kreditnehmer spitzen auf demnächst wieder sinkende Zinsen.

Momentan ist die Situation freilich noch so: Bei einer Laufzeit von 10 oder 15 Jahren kostet ein Fixzinskredit (bei der Oberbank) derzeit 3,65 Prozent an Zinsen. Ein variabel verzinster Kredit kostet hingegen noch 4,90 Prozent. Daher verkaufen Banken derzeit mehr Fixzinskredite. Mit jeder Leitzinssenkung, die im Juni starten könnten, werden dann variabel verzinste Kredite wieder günstiger.

Kreditnehmer hätten sich aber mittlerweile an das höhere Zinsniveau gewöhnt. Die steigenden Reallöhne würden ebenso helfen, sagt Oberbank-Chef Franz Gasselsberger. Er sieht daher im privaten Wohnbau „die Talsohle durchschritten“. Im ersten Quartal hätte er um 20 Prozent mehr Immo-Kredite verkauft. Damit sei noch nicht das Niveau von vor der Krise erreicht, denn 2023 habe der Rückgang 50 Prozent ausgemacht – aber ein Hoffnung machendes Signal sei dies allemal.

Gasselsberger will nicht als Zweckoptimist verstanden wissen, dies sei ein „Schimpfwort“. Er sei eben so nahe an seinen Kunden dran, um die Entwicklungen quasi hautnah zu spüren. Auch das Wohnbaupaket der Bundesregierung werde weitere Impulse bringen, nicht zu vergessen die Entbürokratisierung der Ausnahmekontingente bei den Kreditvergaberegeln.

Das Geschäftsjahr 2023 hat die Oberbank mit dem besten Ergebnis ihrer Geschichte abgeschlossen. Das Zinsergebnis stieg auf den Rekordwert von 597 Millionen  Euro (plus 47%). Auch das Beteiligungsergebnis habe sich sehr gut entwickelt. Die Kernkapitalquote liegt nun bei 18,88 Prozent. 

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Das Kreditvolumen (vor allem aus dem Firmenkundengeschäft) konnte im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Prozent auf 20,07 Milliarden Euro gesteigert werden. Aber auch die Kundeneinlagen sind sehr stark gestiegen, der Zuwachs betrug 6,6 Prozent auf 19,13 Milliarden. Gasselsberger: „Einmal mehr bewährte sich der starke Fokus der Bank auf die Einlagengewinnung und dafür sind die Filialen enorm wichtig.“

Unterm Strich stieg der jahresüberschuss nach Steuern um 57,3 Prozent auf 382,6 Millionen Euro. Die Dividende soll um 38 Prozent auf einen Euro je Aktie steigen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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