Großes Kino: Abo-Modelle für Cineasten und Popcorn „to go“

Wirtschaft

Warum manche Filme gefühlt ewig laufen und wie man künftig um 22 Euro so oft man will ins Kino kann

Knapp 80 Millionen Euro haben Österreichs Kinos in den ersten zehn Monaten 2022 eingenommen. Klingt viel, ist es nicht. Gegenüber dem Vorkrisenniveau klafft ein Minus von 27 Prozent. Und auch sonst hat sich während der Pandemie vieles in der Kinolandschaft verändert, meint Christian Dörfler, Eigentümer des Haydn Kinos auf der Wiener Mariahilfer Straße und Sprecher der Branche.

Das beginnt schon beim so genannten Line-up der Filme – es wurde weniger gedreht. Ebenfalls nicht gut fürs Geschäft: Nach diversen Lockdown- und Quarantänezeiten war vielen so gar nicht nach still im Kino sitzen.

Kino-Abo am Start

Dennoch lief es für die Branche im internationalen Vergleich gut. Weltweit brachen die Besucherzahlen von Jänner bis Oktober im Vergleich zum Vorkrisenniveau um 30 Prozent ein. Dennoch gilt Österreich nicht gerade als Land der Cineasten.

Das will Martin Kitzberger ändern. Mit der Aktion „nonstop – dein Kinoabo“, das im Frühjahr in Österreich startet. Die Idee: Mit einem Abo darf man so oft man will in teilnehmende Programmkinos. Um monatlich 22 Euro.

Dieses Modell kennt Kitzberger aus seiner Studienzeit in Holland: „Dort gibt es das seit 13 Jahren, mittlerweile mit 60.000 Abonnenten.“ Laut Statistik lassen sich diese 2,5 Mal im Monat in einem Kinosaal blicken. Besonders 18- bis 30-Jährige würden sich die Abos holen, in Österreich wird es für Unter-27-Jährige Sonderkonditionen geben.

Das Geldbörsel sitzt in Zeiten hoher Inflation nicht mehr so locker. „Das Motto ’Koste es was es wolle’ spielt es nicht mehr“, formuliert es Dörfler. Das spiegelt sich am Buffet wider, wo nicht mehr selbstverständlich der große Popcorn-Kübel samt Cola, Nachos und Sportgummi gekauft wird.

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Detail am Rande: Im Haydn-Kino vergeht kein Tag ohne Kundschaft, die ausschließlich zum Abholen von Popcorn vorbeikommt. Dörfler: „Ein eindeutig postpandemisches Phänomen.“ Offensichtlich gibt es dann daheim Filmabende mit echten Kino-Popcorn. „Zuhause bekommen sie den Geschmack nie so hin. Außer Sie kaufen sich das Öl mit der speziellen Salzmischung, das es im Großmarkt aber nur im 10-Liter-Gebinde gibt.“

Haydn Kino/Weinwurm Michael

Christian Dörfler: „Theoretisch könnte der Vorführer Homeoffice machen.“

„Vorführ-Effekt“

Für einen Kinoabend braucht es im Grunde nicht einmal mehr einen Vorführer vor Ort. Dörfler: „Theoretisch könnte der Vorführer Homeoffice machen.“ Die Zeiten der großen Filmrollen sind vorbei, die Streifen werden von spezialisierten Speditionen digital und verschlüsselt angeliefert. Mittels eigener Leitungen und auf einem Server, den die Speditionen den Kinobetreibern zur Verfügung stellen. Der Rest ist Programmierarbeit – vom Dimmen des Lichts, den Öffnen des Vorhangs, Abspielen der Werbeblöcke und Filmvorschauen bis zum Wiederangehen des Lichts.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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